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Chateau Mouton Rothschild

Frankreich Bordeaux

Weingut Weine
Das berühmte Weingut liegt im Norden der Gemeinde Pauillac im gleichnamigen Bereich im Médoc (Haut-Médoc, Bordeaux). Direkt daran angrenzend liegt das Château Lafite-Rothschild. Mouton ist das französ...
Name: Chateau Mouton Rothschild
Anbaugebiet: Bordeaux
Anbaufläche: 82 ha
Öffnungszeit:
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0.75 L
1988 Pauillac AOC
Beschreibung: Eher kühler, zart rauchiger und röstiger Duft nach schwarzen Johannisbeeren, Mineralien und etwas Ze...

Das berühmte Weingut liegt im Norden der Gemeinde Pauillac im gleichnamigen Bereich im Médoc (Haut-Médoc, Bordeaux). Direkt daran angrenzend liegt das Château Lafite-Rothschild. Mouton ist das französische Wort für „Schaf“ (Widder) und ein Widderkopf ist auch das Logo das Hauses - ein solcher aus Gold hängt in der Eingangshalle des Châteaux. Eigentlich ist aber die Bezeichnung von „Mothon” abgeleitet, was „Hügel“ oder „Erhebung“ bedeutet. Der Ursprung des Anwesens ist eine Parzelle namens „Clos de Mouton“ in Besitz des Notars Jacques de Ségur (+1691). Dieser berühmten Adelsfamilie gehörten riesige Ländereien, darunter auch die Vorgänger der drei Weingüter Château Latour, Château Lafite-Rothschild und eben auch Château Mouton-Rothschild. Der Enkel Nicolas-Alexandre de Ségur (1697-1755) zog die endgültige Grenze zwischen den Teilen Lafite und dem benachbarten Mouton, die sich vom Terroir her und damit auch im Weinstil grundsätzlich unterscheiden.

Châtau Mouton-Rothschild

Um das Jahr 1725 wurde der Mouton-Teil an den Baron Joseph de Brane verkauft, der seinen Besitz mit „Château Brane-Mouton“ benannte. In Besitz dieser Familie blieb es nun bis zum Jahre 1830 und ging in diesem Jahr für 1,124 Millionen Francs an den Pariser Bankier Isaac Thuriet (manche Quellen nennen allerdings das Jahr 1825 und der Bankier wird auch in der Schreibweise Thuret angegeben). Dieser verkaufte das damals 35 Hektar Rebfläche umfassende Anwesen dann am 11. Mai 1853 an den Baron Nathaniel de Rothschild (1812-1870) vom englischen Zweig dieser großen Familie. Der Baron war drei Jahre zuvor mit seiner Frau Charlotte (eine Cousine) von London nach Paris gezogen, um in der Bank seines Schwiegervaters und Onkels Baron James de Rothschild (1792-1868) zu arbeiten. Baron James kaufte dann 15 Jahre später das Château Lafite und fügte den Namen Rothschild an.

Rothschild - Porträts von Mayer Amschel Rothschild, Jakob Rothschild und Nathaniel Rothschild

Baron Nathaniel gab seinem neuen Besitz den Namen „Château Mouton-Rothschild“. Zu jener Zeit bestand es nur aus einigen Scheunen und Hallen, ein Château existierte noch nicht. Bei der Bordeaux-Klassifizierung 1855 erhielt das Weingut „nur“ den zweiten Rang „Deuxième Cru Classé“. Man fügte aber sozusagen als „Trostpflaster“ den Titel „Premier des Seconds“ (Erster der Zweiten) hinzu. Auf Nathaniel folgte sein Sohn James (1844-1881), der mit dem Bau eines herrschaftlichen Hauses begann. Es wurde erst durch seine Witwe Thérèse beendet. James Rothschild folgte sein Sohn Henri (1872-1947), der aber weniger an Wein, als an Kunst interessiert war. Das Gut wurde in seiner Zeit ziemlich heruntergewirtschaftet, wozu auch Misswirtschaft und unlautere Aktivitäten von Mitarbeitern beitrugen. Sein Sohn Philippe de Rothschild (1902-1988) hatte als Jugendlicher während des Ersten Weltkrieges einige Zeit auf dem Weingut verbracht und Gefallen am Landleben gefunden. Er machte seinen Vater auf die Missstände aufmerksam und wurde von ihm zu seiner Freude mit der Leitung beauftragt.

Philippe de Rothschild übernahm die Verantwortung über das Weingut im Jahre 1922 als Zwanzigjähriger. Er musste sich die erforderlichen Kenntnisse erst mühsam aneignen und begann mit der Sanierung des Betriebes. Im Jahre 1925 stürzte der alte Fasskeller ein und 90% der Ernte dieses Jahres gingen verloren. Innerhalb von drei Jahren wurde ein neuer Chai errichtet, der auch heute noch als einer der schönsten im Bordeaux gilt. Ab dem Jahrgang 1924 (durchgeführt 1927) führte der Baron die komplette Selbstabfüllung seiner Weine ein. Diese Erzeugerabfüllung wurde auf dem Etikett durch die Bezeichnung „Mise en bouteilles au Château“ dokumentiert, wodurch die Herkunft und die Abfüllung durch das angegebene Weingut garantiert war. Bis dahin waren die Weine zum Großteil in Fässern an Handelshäuser verkauft worden, die dann die Abfüllung und Etikettierung vornahmen.

Durch die Selbstabfüllung wollte Philippe die Herkunft sicherstellen und damals nicht selten vorkommende Fälschungen und Pantschereien ausschließen. Natürlich zog er sich damit den Unmut der Weinhändler zu. Philippe hatte dies schon vorher mit den anderen „Premiers Crus“ abgestimmt, die nun ebenfalls ihre Weine selbst abfüllten. Auf Initiative des Barons wurde die „Association des Premier Crus“ gegründet, der sich im Jahre 1929 schließlich auch das berühmte Château d’Yquem anschloss. Durch die schlechten Jahrgänge 1930 bis 1932 gebar der Baron die Idee eines einfachen Weines und der weltweite Siegeszug der bis heute erfolgreichen Marke Mouton Cadet begann. Im Zweiten Weltkrieg wurde ab 1942 das Weingut (wie auch Lafite-Rothschild) durch die pro-deutsche Vichy-Regierung annektiert und von einem deutschen „Weinführer“ geleitet.

Der Baron hat sich schon sehr früh mit dem Gedanken beschäftigt, die Hochstufung seines Weingutes als „Premier Cru Classé“ zu erreichen. Offiziell begann er diesen Kampf nach dem Zweiten Weltkrieg. Der entscheidende Anlass war der 1953 drohende Ausschluss aus dem „Verband der Fünf“ (die damals vier Premiers Crus und Mouton), der von Elie Robert de Rothschild (1917-2007), dem Besitzer von Château Lafite-Rothschild initiiert wurde. Philippe kreierte den berühmten Wahlspruch „Premier ne puis, second ne daigne, Mouton suis“ (Erster darf ich nicht sein, Zweiter mag ich nicht sein; Mouton bin ich). Von Anfang an wurden diese Bemühungen von den Besitzern des Château Lafite-Rothschild nicht nur nicht unterstützt, sondern sogar vehement bekämpft.

Mit seinem berühmten Kellermeister Raoul Blondin, der insgesamt 60 Mouton-Jahrgänge kreierte, sowie seinem legendären Verwalter Édouard Marjary kämpfte der Baron 20 Jahre lang um die Anerkennung des Weines als Erstes Gewächs. Die hervorragende Qualität des Weines wurde nie bestritten, aber man fürchtete von offizieller Seite die nicht vorhersehbaren Folgen einer Änderung des unumstößlichen Gesetzes der Bordeaux-Klassifizierung 1855. Doch erst im Jahre 1973 war dem Baron endlich Erfolg beschieden und der neue Wahlspruch lautete nun: „Premier je suis, second je fus, Mouton ne change“ (Erster bin ich, Zweiter war ich, Mouton ändert sich nicht).

Einen legendären Ruf genießt der Jahrgang 1945, der als Jahrhundertwein gilt. Das Etikett trägt den patriotischen Text „1945 - Année de la Victoire“ (Jahr des Sieges) mit dem von Winston Churchill (1874-1965) im Zweiten Weltkrieg kreierten Zeichen „V“ für „Victory“. Von diesem Jahrgang gibt es noch kleine Bestände. Bei der Versteigerung von zwei Original-Kisten mit jeweils zwölf Flaschen im September 2006 in Beverly Hills (Kalifornien) durch das Auktionshaus Christie’s wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Die Kisten erreichten einen Preis von 290.000 US$, was einen Preis von über 24.000 Dollar per Flasche ergibt. Im März 2007 wurden für eine Jeroboam dieses Jahrgangs (6 Normalflaschen) 310.700 US$ bezahlt. In beiden Fällen ging der Zuschlag an einen anonymen Bieter. Den absoluten Rekord gab es aber 1997 in London bei Christie’s mit $ 114.614 für eine Flasche. Erwähnenswert ist, dass es beim Jahrgang 1945 bereits einige Betrügereien mit nicht nummerierten Flaschen gab.

Etiketten 1945, 1958, 1964, 1971

Das Etikett wird seit dem Jahrgang 1945 jährlich von einem zeitgenössischen Künstler geschaffen. Der erste war der Maler Philippe Jullian, es folgten unter anderem die angeführten. Die Künstler erhalten als Honorar einige Kisten des betreffenden Jahrganges. Ein Etikett mit dem Widderkopf wurde vom Plakatkünstler Jean Carlu (1900-1997) übrigens schon beim Jahrgang 1924 geschaffen. Das Etikett des Jahrgangs 1993 zeigt eine kindliche Nymphenfigur des Malers Balthus (1908-2001). In den USA wurde das als Pädophilie verstanden. Deshalb wurde der Wein in den USA ohne Nymphe ausgeliefert, allerdings angeblich mit einem qualitätsmäßig minderen Wein. Der Jahrgang 2003 zeigt als seltene Ausnahme kein Künstlerbild, sondern ein Foto des Barons Nathaniel de Rotschild und im Hintergrund den historischen Kaufvertrag vom 11. Mai 1853. Das war eine Hommage an den Gründer anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Weingutes. Als weitere Ausnahme wurde 1977 der Queen Elizabeth II. gedacht (weitere Jahrgänge siehe unter Künstleretikett; alle Bildrechte ©tokyofoodcast @Flickr.com).

Etiketten 1973, 1975, 1993, 2003

Die Weinberge umfassen 80 Hektar Rebfläche, davon 76 Hektar mit Rotwein- und vier Hektar mit Weißwein-Sorten. Das sind Cabernet Sauvignon (80%), Cabernet Franc (10%), Merlot (8%) und Petit Verdot (2%), sowie Sémillon (48%), Sauvignon Blanc (38%) und Muscadelle (14%). Der Rotwein wird bis 24 Monate in zu 100% neuen Barriques ausgebaut. Seinen unverwechselbaren Charakter verdankt er dem Boden, einer Schotterschicht mit hohem Eisen- und Silikatgehalt. Man sollte ihn bestenfalls nicht vor zehn Jahren öffnen, die Haltbarkeit beträgt 40, 50, 60 Jahre und auch länger. Er besticht durch eine intensive Note nach schwarzen Johannisbeeren, wobei das Tannin mehr überdeckt ist als bei anderen großen Médoc-Weinen. Herausragende Jahrgänge sind 1945, 1949, 1953, 1959, 1961, 1966, 1970, 1975, 1982, 1983, 1985, 1986, 1988, 1989, 1990, 1995, 1996, 1998, 1999 und 2000. Der Jahrgang 1970 war beim legendären Paris Wine Tasting im Jahre 1976 dabei und belegte den zweiten Platz.

Barriquekeller vom Château Mouton-Rothschild

Der Wein von Mouton gilt  unter den Premiers als der mit den größten Qualitätsunterschieden zwischen guten und weniger guten Jahren. Er zählt zu den teuersten Weinen der Welt, was besonders für ältere Jahrgänge gilt. Erst im Jahre 1994 wurde der Zweitwein „Le Petit Mouton de Château Mouton Rothschild“ eingeführt. Den ersten Versuch hatte es schon 1993 gegeben, dieser hieß noch „Second Vin de Mouton-Rothschild“. Seit dem Jahre 1991 wird der Weißwein „Aile d’Argent“ unter der AC Bordeaux produziert. Dieser reift ein Jahr in zu 50% neuen Eichen-Fässern. Das Imperium wurde ab 1988 von der Tochter des Barons, Baronesse Philippine de Rothschild (1933-2014) als Mehrheits-Aktionärin und Aufsichtsrats-Vorsitzende der Aktiengesellschaft geführt. Ihre Nachfolge hat Philippe Sereys de Rothschild (*1963) übernommen. Die Geschwister Camille Sereys de Rothschild (*1961) und Julien de Beaumarchais de Rothschild (*1971) sind Miteigentümer und im Aufsichtsrat vertreten. Siehe die weiteren Besitzungen sowie die gesamte Familiengeschichte im Detail unter dem Stichwort Rothschild.

Chateau Mouton Rothschild Region: Frankreich Bordeaux
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