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Château Petrus

Frankreich Bordeaux

Weingut Weine
Das Weingut liegt im Herzen der Gemeinde Pomerol im gleichnamigen Bereich (Bordeaux). Im Weingut befindet sich eine kleine Steinfigur des namensgebenden Apostels. Bei der Weltausstellung 1878 in Paris...
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0.75 L
1971 Pomerol AOC
Beschreibung: Etwas an Suppenfond erinnernder und leicht medizinaler Duft nach gemischten Beeren mit pfeffrigen No...
0.375 L
1970 Pomerol AOC
Beschreibung: Betörender, tiefer, süßer Duft nach Zwetschgen und reifen roten Beeren mit sehr feiner, vielschichti...

Das Weingut liegt im Herzen der Gemeinde Pomerol im gleichnamigen Bereich (Bordeaux). Im Weingut befindet sich eine kleine Steinfigur des namensgebenden Apostels. Bei der Weltausstellung 1878 in Paris errang es zwar eine Goldmedaille, doch international war das Weingut lange wenig bekannt. Dies änderte sich schlagartig mit dem Jahrgang 1945, der als Jahrhundertwein gilt (siehe eine Flasche im Bild). Im Jahre 1925 ging der Betrieb zum Teil in Besitz von Marie Louise Loubat (+1961) und wurde von dieser im Jahre 1949 vollständig erworben. Damals umfassten die Rebflächen 6,5 Hektar mit den Sorten Merlot (70%) und Cabernet Franc (30%). In diesem Jahr übernahm Jean-Pierre Moueix (1882-1957) den Alleinvertrieb für den Wein. Nach dem Tode der Besitzerin im Jahre 1961 erwarb Moueix ein Drittel der Anteile, die anderen zwei erbte Lily Lacoste (Nichte von Madame Loubat). Im Jahre 1964 erwarb Moueix weitere Anteile auf nun zwei Drittel. Nach dem Tod von Jean-Pierre Moueix übernahm 2003 Sohn Jean-François (*1945) die Führung, dessen Bruder Christian (*1946) leitet die Produktion.

Petrus-Statue, Flaschen Jg. 1945, 1962, 1975, 1985

Die Weinberge vergrößerten sich im Jahre 1969 durch Zukauf von 5 Hektar des benachbarten Château Gazin auf insgesamt 11,5 Hektar Rebfläche. Die Rebsorten-Bestockung wurde auf 95% Merlot und 5% Cabernet Franc verändert. Dieser Rotwein zählt zu den besten und teuersten Weinen im Bordeaux und auch der Welt. Der Jahrgang 2000 kostete im Jahre 2010 (nach zehn Jahren sollte man ihn frühestens öffnen) zwischen € 3.500 und € 3.800. Der bekannte Wein-Journalist Hugh Johnson bemerkte dazu: „Unvergleichlich - aber leider nur für Millionäre“. Im Pomerol gibt es keine eigene Grand-Cru-Klassifizierung, aber er ist unbestritten das Spitzengewächs und den fünf Premier Cru Classé im Médoc zumindest gleichzusetzen. Auf dem Etikett steht heute nur „Petrus“, auf alten Etiketten ist aber sehr wohl noch „Château Pétrus“ angeführt (es gibt übrigens kein Château = Schloss). Selbst in guten Jahren werden nicht mehr als rund 4.000 Kisten (~50.000 Flaschen) produziert.

Der kiesige Sand-Lehmboden auf einem Bett von eisenhaltiger Erde mit besonders gutem Wasserabzug schafft hervorragende Bedingungen. Das ist ideal für Merlot, aus dem der Wein bei den meisten Jahrgängen zu 100% gekeltert wird. Ein weiteres Kriterium sind die zum Teil bis zu 70 Jahre alten Reben. Und ein dritter Punkt ist die extreme Ertragsbeschränkung. Beim Winterschnitt werden auf jedem Rebstock nur acht Augen belassen (bereits zwei mehr würden den Ertrag um ein Viertel erhöhen). Im Sommer erfolgt eine weitere Beschränkung durch rigoroses Ausdünnen auf rund die Hälfte. Der Weinlese wird besondere Aufmerksamkeit beigemessen. Insgesamt 180 Erntehelfer stehen auf Abruf bereit. Der Start dazu erfolgt, wenn die Trauben die ideale physiologische Reife erreicht haben. Man beginnt erst am Nachmittag, damit der Tau (der den Most verdünnen könnte) bereits verdunstet ist. Die Ernte erfolgt in mehreren Durchgängen der jeweils reifen Trauben. Unreifes und ungesundes Lesegut wird gnadenlos ausgeschieden. Im Bedarfsfall werden auch ungewöhnliche Verfahren genutzt. Als es einmal vor Erntebeginn regnete, wurde zur Trocknung der Reben ein tieffliegender Helikopter eingesetzt.

Der Ausbau erfolgt 18 bis 22 Monate in zu 100% neuen Barriques. Dabei finden laufend sensorische Prüfungen statt, nur die besten Fässer gehen in den Grand Vin. Ein besonderes Merkmal des dunklen und ungeheuer konzentrierten Rotweins ist die geringe Säure, was ihn weich, rund und geschmeidig macht. Trotz hohem Tanninanteil ist der Wein zart und ölig, den man förmlich beißen und kauen kann. Man attestiert ihm Aromen nach schwarzen Johannisbeeren, Brombeeren, Maulbeeren und Pflaumen, zu denen sich mit den Jahren Tabaknoten hinzugesellen. Wie bereits erwähnt, sollte man den Wein bestenfalls nicht vor zehn Jahren öffnen, die Lagerfähigkeit beträgt 30, 40, 50 Jahre und auch länger. Es ist eigentlich ein Wein, den man nach dem Kauf seinen Erben vermachen sollte. Besonders herausragende Jahrgänge waren bzw. sind 1964, 1967, 1971, 1975, 1978, 1979, 1981, 1982, 1983, 1985, 1986, 1988, 1989, 1990, 1995, 1996, 1998 und 1999.

Mitte der 1990er-Jahre geriet das Weingut in die Schlagzeilen der weinorientierten Fachpresse, als vom berühmten Weinautorenehepaar David Peppercorn und Serena Sutcliffe die Echtheit von Imperialflaschen der Château Pétrus-Jahrgänge 1921, 1924, 1926, 1928 und 1934 aus dem Besitz des bekannten Sammlers Hardy Rodenstock (1941-2018) bezweifelt wurden, die zum Verkauf angeboten wurden. Der Verdacht wurde nie bewiesen, aber auch nicht widerlegt, weil es seitens des Weinguts über diese Jahrgänge keine Produktions-Aufzeichnungen gibt.

Bild links: Von Kassander der Minoer aus der Wikipedia, CC BY-SA 3.0, Link 
Bild rechts: Von Frederik Vandaele - Flickr as Château Pétrus, CC BY 2.0, Link

Château Petrus Region: Frankreich Bordeaux
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