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Rotkäppchen Sektkellerei GmbH

Deutschland Saale-Unstrut

Weingut
Der Hauptsitz der heutigen „Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH“ liegt in der Stadt Freyburg im deutschen Anbaugebiet Saale-Unstrut. Der Ursprung liegt im Jahre 1856, als von den Brüdern Moritz (+186...
Name: Rotkäppchen Sektkellerei GmbH
Anbaugebiet: Saale-Unstrut
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Der Hauptsitz der heutigen „Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH“ liegt in der Stadt Freyburg im deutschen Anbaugebiet Saale-Unstrut. Der Ursprung liegt im Jahre 1856, als von den Brüdern Moritz (+1863) und Julius Kloss (+1890) und ihrem Freund Carl Foerster (+1888) eine Weinhandlung gegründet wurde. Ein Jahr später beteiligten sie sich an der „Freyburger Champagner-Fabrik-Gesellschaft“. Ab 1861 wurde ein Sekt unter der Marke „Monopol“ hergestellt. Aber bereits 1862 musste das Unternehmen liquidiert werden. Der Großteil des Nachlasses wurde 1866 von der Sektkellerei „Kloss & Foerster“ mit den drei oben erwähnten Herren als Gesellschafter erworben. Die Geschäfte liefen nun immer besser, sodass die Moste und Weine von Mosel, Main und Rhein, sowie später sogar aus der Champagne gekauft wurden. Die französische Champagner-Firma Heidsieck Monopole protestierte im Jahre 1894 mit Erfolg gegen den Markennamen. Kloss & Foerster durften „Monopol“ nicht mehr verwenden und führten nach der roten Flaschenkapsel den Namen „Rotkäppchen“ (damals noch mit „h“) und der noch erlaubten Bezeichnung „Champagner“ am Etikett ein. 1891 entstand der fünfstöckige „Große Keller“ und ein neues Kontor- und Empfangsgebäude, die auch heute noch das Herzstück des Sekthauses in Freyburg bilden.

Sektkellerei Rotkäppchen in Freyburg

Im Jahre 1896 wurde die Fertigstellung eines in der hauseigenen Küferei aus dem Holz von 25 Eichen gebauten Riesenfasses mit dem Volumen von 120.000 Liter Wein gefeiert. Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) lobte 1903 anlässlich eines bei Freyburg durchgeführten „Kaisermanövers“ die Bekömmlichkeit des Schaumweins und rühmte sich, noch als Kronprinz die Rotkäppchen-Sekte in vielen deutschen Offizierskasinos eingeführt zu haben. Ein Jahr vorher hatte der Kaiser die Schaumweinsteuer zur Finanzierung der kaiserlichen Flotte eingeführt. 1906 wurde das 50-jährige Jubiläum gefeiert. In den folgenden Jahrzehnten gab es ein geschäftliches Auf und Ab, aber das Unternehmen überlebte auch die Weltwirtschaftskrise 1929 und die beiden Weltkriege.

Im Jahre 1948 erfolgte die Enteignung und der Betrieb ging in „Volkseigentum“ über. Der Gründerenkel Günter Kloss ging in den Westen und gründete 1952 in Rüdesheim die „Sektkellerei Kloss & Foerster“ neu. Die nunmehrige „VEB Rotkäppchen Sektkellerei Freyburg“ wurde zum DDR-Musterbetrieb. Es wurden innovative Produkte wie „Mocca-Sekt“ und „Sekt-Pils“ geschaffen und in den 1980er-Jahren 38 Sektmarken produziert. Nach der Wiedervereinigung 1989 kam es durch die westdeutsche Konkurrenz zu einer Absatzkrise, der Umsatz sank auf ein Zehntel.

Im Jahre 1993 wurde nach langen Vorarbeiten das Unternehmen durch ein Management-Buy-out privatisiert. Sechzig Prozent der Anteile gingen an den Geschäftsführer Gunter Heise und weitere Mitglieder des Managements. Vierzig Prozent der Anteile werden vom westdeutschen Traditionsunternehmen Eckes-Chantré gehalten. Danach begann eine neue Erfolgsgeschichte der Marke. Der Absatz steigt rasant und das Unternehmen expandiert. Im Jahre 2001 wurde die deutsche Sektsparte vom Multi Seagram gekauft und dabei auch die drei Marken Mumm (deutsche Firma, nicht zu verwechseln mit der namensgleichen französischen), Jules-Mumm und MM (Matheus Müller) erworben. Seitdem firmiert man als „Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH“, die Besitzverhältnisse blieben gleich. In diesem Jahr wurde Rotkäppchen zur meistverkauften Sektmarke in Deutschland.

Schließlich wurde im Jahre 2003 auch die „Privatsektkellerei Geldermann“ übernommen (siehe dazu unter Deutz). Und als krönender Abschluss kehrte man 2005 mit dem Kauf der Sektmarke „Kloss & Foerster“ wieder zum Ursprung zurück. Dadurch entstand das größte deutsche Sekthaus mit über einem Viertel Marktanteil. Mehr als 300 Mitarbeiter arbeiten an den vier traditionsreichen Standorten Breisach, Eltville, Freyburg und Hochheim daran, Sekt herzustellen. Seit dem Jahre 2000 wird auch in China unter dem Markennamen „Xiao Hong Mao“ („kleine rote Mütze“) Rotkäppchen-Sekt in zwei Geschmacksrichtungen produziert und vermarktet.

Mit den 2006 eingeführten Rotkäppchen-Qualitätsweinen und der 2007 erworbenen Collection de Chantré stieg man in das Segment Wein ein. Im selben Jahr erfolgte auch die Übernahme der westdeutschen Eckes-Spirituosen- und Wein GmbH. Schließlich wurde im Oktober 2009 von der Firma Racke die bekannte Markenwein-Linie Blanchet gekauft. Dadurch wurde das Unternehmen zu einem führenden europäischen Getränkekonzern. Inklusive Blanchet wurde damit ein Gesamtvolumen von 16,5 Millionen Flaschen erreicht. 2009 wurden 157 Millionen Flaschen Sekt (Hauptanteil Rotkäppchen mit knapp 100 Mio) vermarktet. Sekt, Spirituosen und Wein ergaben insgesamt 212 Millionen Flaschen mit einem Gesamtumsatz von 780 Mio Euro. Siehe auch unter größte Weinfirmen der Welt.

Rotkäppchen - Cuvéefass im Domkeller mit 120.000 Liter Volumen und Flasche
Kellerei: Von Lumu (talk) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link 
Fass: Von Je-str - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Link
Flasche: Von SPBer - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Rotkäppchen Sektkellerei GmbH Region: Deutschland Saale-Unstrut
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