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Italien

Barolo DOCG

Barolo DOCG

Barolo DOCG - Beschreibung

DOCG-Bereich für trockenen Rotwein in der italienischen Region Piemont, der nach dem gleichnamigen 15 Kilometer südlich von Alba gelegenen Ort benannt ist. Die im Jahre 1966 definierte DOC-Zone mit knapp 1.300 Hektar Rebflächen (die in ebenso viele Parzellen aufgeteilt sind) in den Langhe-Bergen umfasst die Gemarkungen (bzw. auch nur Teile davon) Barolo, Castiglione Falletto, Cherasco, Grinziano, La Morra (mit einem Drittel der Fläche der weitaus größte Bereich), Monforte d’Alba, Novello Rossi, Serralunga d’Alba und Verduno. Es sind vorwiegend Südlagen auf steilen Hängen. Auf die historischen Kernbereiche Barolo, Castiglione Falletto, La Morra, Monforte und Serralunga entfallen mehr als 80 Prozent der Produktion.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Wein nicht trocken ausgebaut. Der Grund war, dass die durch den spät reifenden Nebbiolo und dadurch erst in der kalten Jahreszeit im November und Dezember erfolgenden Gärung nur unzureichende Hefen vorhanden waren. Damit verblieb immer eine relativ hohe Restsüße im Wein. Zur Unterstützung wurde von Giulietta Falletti (der Marquesa von Barolo) der französische Önologe Louis Oudart ins Land gerufen. Dieser baute auf deren Weingut um das Jahr 1850 den Wein erstmals trocken aus (ähnliche Unterstützung leistete er später auch beim Barbaresco). Damit begann der unaufhaltsame Siegeszug des Barolo.

Die DOCG-Klassifikation wurde im Jahre 1980 erteilt, die auch die Erlaubnis beinhaltet, dass Weinberge bzw. Lagen (Vigna) auf dem Etikett aufscheinen dürfen. Die berühmtesten davon sind Arborina, Arione, Cannubi, Cerequio, Brunate, Bussia, Fisaco, Francia, La Serra, Lazzarito, Monprivato, Ornato, Rocche, Sarmazza und Vigna Rionda. Der Barolo wird zu 100 Prozent reinsortig aus der Nebbiolo gekeltert (die früher erlaubte Zugabe von Barbera ist nicht mehr erlaubt), die hier beste Bedingungen vorfindet. Im Wesentlichen gibt es zwei verschiedene Bodentypen. In den Gemarkungen Barolo und La Morra herrscht kalkhaltiger Mergel vor (hier Tortonium genannt). Diese Weine sind etwas milder und reifen schneller. Der zweite Bodentyp mit höherem Gehalt an Sandstein in den Gemarkungen Castiglione Falleto, Monforte und Serralunga (hier Helvetium genannt) erbringt intensivere Weine, die eine längere Reifezeit benötigen. Alle Baroloweine weisen jedoch Gemeinsamkeiten auf. Das ist eine granatrote Farbe, relativ hoher Alkohol-, Tannin- und Säuregehalt sowie ein komplexes Aroma nach Pflaumen, Rosen, Teer und Lakritze.

Der Rotwein braucht eine lange Reifezeit von bis zu zehn Jahren und mehr, um die Gerbstoffhärte komplett abzulegen. Die Farbe wandelt sich dabei von rubin zu ziegelrot. Er ist extrem lange haltbar, nämlich zumindest 25 Jahre und länger. Zu recht genießt er wahrlichen Kult-Charakter; die Italiener bezeichnen ihn als „König der Weine und Wein der Könige“. Der Barolo muss 38 Monate, davon 18 Monate in Holz, der Riserva 62 Monate, davon 18 Monate in Holz reifen. Für beide gilt ein Mindest-Alkoholgehalt von 12,5% vol. Es gibt auch eine bittere Variante Barolo Chinato, die mit Chinarinde und anderen Gewürzen versetzt und auf rund 16% vol Alkoholgehalt aufgespritet wird. Ab Mitte der 1990er-Jahre begann vor allem die junge Winzer-Generation neue Weinbereitungs-Techniken zu erproben. Dazu zählen kurze Maischestandzeiten, Maischeerhitzung und Barrique-Ausbau. Als beste Jahrgänge gelten 1982, 1985, 1988, 1990, 1993, 1995, 1996, 1997 und 2000.

Bekannte Barolo-Produzenten sind Angelo Negro, Altare, Ascheri, Azelia, Batasiolo, Bel Colle, Silvano Bolmida, Borgogno, Brezza, Brovia, Cabutto, Cagliero, Cavallotto, Ceretto, Chiarlo, Aldo Conterno, Giacomo Conterno, Paolo Conterno, Cordero di Montezemolo, Cascina Cucco, Damilano, Deltetto, Domenico Clerico, Erbaluna, Fontanafredda, Gianni Gagliardo, Gaja, Giacosa Bruno, La Spinetta, Manzone, Marchesi di Barolo, Franco M. Martinetti, Bartolo Mascarello, Guiseppe Mascarello, Massolino, Mauro Molino, Monti, Piazzo, Pira, Principiano, Prunotto, Ratti, Rinaldi, Rocca Giovanni, Sandrone, Terre del Barolo, Vajra, Mauro Veglio, Vietti, Gianni Voerzio, Roberto Voerzio.

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