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Spanien

D.O. Málaga

D.O. Málaga

D.O. Málaga - Beschreibung

DO-Bereich für den berühmten Dessertwein in der spanischen Region Andalusien, der nach der gleichnamigen Provinz bzw. Provinz-Hauptstadt an der Costa del Sol (Südküste) benannt ist. Im selben Bereich werden auch normale Weiß-, Rosé- und Rotweine unter der DO-Bezeichnung Sierras de Málaga produziert. Der Málaga zählt zu den ältesten schriftlich erwähnten Weinarten überhaupt und war schon in der Antike berühmt. Die Stadt wurde um 800 v. Chr. von den Phönikern gegründet. Um 600 v. Chr. ließen sich die Griechen in Malaga nieder und brachten ihre Weinbaukenntnisse mit. Um 202 v.Chr. kam die Stadt unter dem Namen „Flavia Malacita“ unter römische Herrschaft. Im Jahre 743 wurde sie von den Mauren erobert. Während der arabischen Besetzung gab es ein Alkoholverbot mit der Todesstrafe für Betrunkene. Später wurde dies durch Geldstrafen und Steuern ersetzt.

Im Jahre 1223 organisierte der König von Frankreich, Philipp II. August (1165-1223), die „Schlacht der Weine“. Auf dieser Veranstaltung wurden die renommiertesten Weine der Epoche präsentiert. Der Málaga-Wein wurde dabei als „Kardinal unter den Weinen” bezeichnet. Erst im August 1487 kam Málaga im Zuge der Reconquista wieder in Besitz der christlichen Könige. In diesem Monat wird deshalb jährlich ein 10-tägiges ausgelassenes Fest gefeiert. Im 18. Jahrhundert war der Wein bereits weit über seine Grenzen bekannt. Im Jahre 1791 schenkte der spanische Botschafter in Moskau der russischen Zarin Katharina II. (1729-1796) einige Kisten davon. Diese war begeistert und verfügte, dass dieser künftig zollfrei eingeführt werden konnte. Im Viktorianischen Zeitalter unter der englischen Königin Victoria (1819-1901) erreichte die Beliebtheit einen Höhepunkt.

Im Jahre 1806 wurde durch Königliche Verfügung die „Casa y Compañía de Comercio de Viñeros de Málaga” gegründet: „Um das Panschen der Trauben soweit wie möglich zu verhindern, werden auf die Gefäße, Kisten oder Ballen, die sie enthalten, Herkunftszeichen aufgetragen, die schwer zu fälschen sind. Es werden zwei intelligente Personen ausgewählt, die dafür sorgen sollen, dass die Weine so perfekt wie möglich sind”. Am 1. Juli 1900 wurde ein strenges Reglement beschlossen und die Herkunft durch ein Ursprungszertifikat bescheinigt. Mitte des 19. Jahrhunderts war die Provinz Málaga mit 100.000 Hektar Rebfläche noch das zweitgrößte spanische Weinbaugebiet. Vor allem durch die Reblaus-Katastrophe gab es eine beträchtliche Reduktion.


Von Viñedo en Cútar.jpg, CC BY-SA 2.0, Link

Herkunftsbereich und Produktion

Heute umfasst die Rebfläche nur mehr rund 12.000 Hektar, davon der DO-Bereich rund 1.200 Hektar. Er ist in die fünf Subbereiche Axarquía (Bild), Norte, Costa Occidental, Montes und als jüngster Serranía de Ronda gegliedert. Die Weinberge liegen in 54 Gemeinden rund um die Städte Málaga und Estepona und im Landesinneren bis zum Ufer des Genil in bis zu 700 Meter Seehöhe. Im Norden sind die Böden mit Kalk durchsetzt. In der Axarquía im Nordosten herrscht Tonschiefer vor. Im Osten findet man Kreideböden und auf der Sierra sandige Lehmböden.

Ein Malaga kann ein äußerst langlebiger Wein sein. Eine im Jahre 1875 abgefüllte Flasche vom Gut des Herzogs von Wellington (1769-1852) wurde 1995 verkostet und zeigte keinerlei Beeinträchtigung. Man muss aber bemerken, dass dies eine Ausnahme nicht die Regel ist und es auch sehr einfache und jung zu genießende Qualitäten gibt. Der Malaga muss aus den Sorten Pero Ximén (Pedro Ximénez) und/oder Moscatel gekeltert werden. Unter Moscatel ist hauptsächlich die Moscatel de Alejandría (Muscat d’Alexandrie) zu verstehen, es ist aber auch Moscatel Morisco (Muscat Blanc) zugelassen. Es dürfen auch konzentrierte Moste und trockener Wein der Sorten Doradilla, Lairén (Airén) und Romé verwendet werden, sofern diese insgesamt maximal 30% ausmachen.

Die vollreifen Trauben werden nach der Ernte auf Strohmatten ausgebreitet und bis drei Wochen sonnengetrocknet. Durch Verdunstung des Wassers entstehen rosinierte Trauben mit höchstem Zuckergehalt. Der Ausbau muss gemäß DO-Vorschrift prinzipiell in den Bodegas der Stadt Malaga erfolgen. Ähnlich dem Sherry wird der Malaga (alternativ) auch mit dem Solera-System produziert. Das heißt, es werden verschiedene Weine und Jahrgänge miteinander verschnitten. Die Süße wird zumeist durch Abbrechen der Gärung durch Spriten mit Weingeist erreicht. Andere Typen werden vor oder nach der Gärung mit Arrope (unvergorener, eingekochter Most) gesüßt. Die meisten Typen werden im Eichenfass bis fünf Jahre und länger oxidativ ausgebaut.

Angaben am Flaschen-Etikett

Auf dem Flaschen-Etikett gibt es Infos über Süßigkeitsgrad, Farbe, Alterung (im Fass), Alkoholgehalt und Typ.

Süßigkeitsgrad

  • seco - unter 4 g/l
  • semiseco - 4 bis 12 g/l
  • semidulce - 12 bis 45 g/l
  • dulce - über 45 g/l
  • Dry Pale / Pale Dry - ohne Arrope, Restzucker bis 45 g/l
  • Pale Cream - ohne Arrope, Restzucker über 45 g/l
  • Dulce Crema / Cream - gealtert, Restzucker 100 bis 140 g/l
  • Sweet - gealtert, Restzucker über 140 g/l

Farbe

  • Dorado / Golden - natürlich süß, ohne Arrope, gealtert
  • Rojo Dorado / Rotgold - bis zu 5% Arrope, gealtert
  • Oscuro / Brown - 5 bis 10% Arrope, gealtert
  • Color - 10 bis 15% Arrope, gealtert
  • Negro / Dunkel - mehr als 15% Arrope, gealtert

Alterung

  • Málaga Joven - Jungwein, keine Alterung
  • Málaga - 6 bis 24 Monate gealtert
  • Málaga Noble - 2 bis 3 Jahre gealtert
  • Málaga Añejo - 3 bis 5 Jahre gealtert
  • Málaga Trasañejo - über 5 Jahre gealtert

Alkoholgehalt

  • Vino de licor (Likörwein) - 15 bis 22% vol
  • Vino dulce natural - 15 bis 22% vol, zum. 244 g/l
  • Vino naturalmente dulce - zum. 13% vol, zum. 300 g/l, ohne Spriten
  • Vino tranquilo - 10 bis 15% vol, ohne Spriten

Malaga-Typen

Es gibt rund 15 Malaga-Typen zwischen trocken und süß und einem Alkoholgehalt zwischen 15 und 22% vol.

Pedro Ximénez (Pero Ximén) und Moscatel: Der Name einer Sorte darf verwendet werden, wenn der Wein aus zumindest 85% der entsprechenden Sorte hergestellt wurde, abzüglich der Menge der möglicherweise für das Süßen verwendeten Produkte.

Pálido: Bezeichnung für die Typen Pedro Xyménez und Moscatel, denen weder Arrope noch Alkohol zugesetzt und die auch keiner Alterung unterzogen wurden.

Pajarete (Paxarete): Ein Likörwein oder Vino dulce natural ohne Zugabe von Arrope. Der dunkelbernsteinfarbene Wein reift zumindest zwei Jahre und hat einen Restzucker-Gehalt zwischen 45 und 140 g/l.

Dulce Color: Das ist der klassische Málaga - süß, dunkelfarbig und alkoholstark. Er muss zumindest 300 g/l Restzucker-Gehalt und (vor dem Spriten) zumindest 13% vol. Alkoholgehalt aufweisen. Der mit bis 15% Arrope versetzte Wein wird hauptsächlich aus Pedro Ximénez gekeltert, kann aber auch kleine Mengen Moscatel enthalten.

Lágrima und Lacrimae Christi: Für das Spitzenprodukt wird nur der aus dem Eigendruck der unzerkleinerten Trauben abgelaufene Vorlaufmost (Lagrima = Tränen) ähnlich der Eszencia beim ungarischen Tokajer verwendet. Der mahagonifarbene Wein besitzt ein Karamel- und Röst-Aroma und wird auf 14 bis bis 22% vol Alkoholgehalt aufgespritet. Einen über zwei Jahre gereifter Lágrima nennt man „Lacrimae Christi” (Tränen Christi).

Produzenten

Es gibt rund 425 Winzer und 16 Weingüter (Bodegas), die jährlich rund 60.000 Hektoliter Wein produzieren. Davon geht mehr als ein Drittel in den Export. Bekannte Produzenten sind Barceló, Gomara, Larios, López García, López Hermanos, López-Madrid, Muñoz Cabrera, Pérez Teixera, Quitapenas, Schatz, Scholtz Hermanos (hat 1996 geschlossen - aber es werden noch immer Weine angeboten), Telmo Rodríguez und Tierras de Molina.

Weiterführende Informationen

Komplette Aufstellungen der zahlreichen Vinifikations-Maßnahmen bzw. Kellertechniken, sowie der weingesetzlich geregelten Wein-, Schaumwein- und Destillat-Typen sind unter dem Stichwort Weinbereitung enthalten. Umfassende weinrechtliche Informationen gibt es unter dem Stichwort Weingesetz.

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