Deutschland

14 Anbaugebiete

Deutschland bzw. das dazu heute dazu zählende Gebiet hat eine über zweitausend Jahre alte Weinkultur. Aber bereits vorher wurde importierter Wein getrunken, was eine in einem keltischen Grab gefundene griechische Weinflasche aus Ton aus der Zeit um 400 v. Chr. beweist. Die ältesten Weinberge befanden sich an den Ufern von Rhein, Neckar und Mosel. Diese Flüsse mit den lang gestreckten Tälern, sowie ihre Nebenläufe sind auch heute noch die klassischen Anbaugebiete. Der Weinbau wurde durch die Kolonisation der Griechen in Gallien begründet und dann durch die römische Kultur zur Vollkommenheit gebracht. Durch die Eroberung von Gallien durch Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) gelangte der römische Weinbau vom Rhônetal bis an den Rhein.

Der römische Kaiser Probus (232-282) trug durch fördernde Maßnahmen für die weitere Ausdehnung der Rebflächen bei. Im 5. Jahrhundert war der Weinbau im Gebiet des heutigen Deutschlands bereits so verbreitet, dass Chlodwig (466-511) das so genannte „Salische Gesetz“ erließ, das den Diebstahl eines Rebstocks unter Strafe stellte. Im 6. und 7. Jahrhundert verbreitete sich der Weinbau nach Süd- und Norddeutschland. Der fränkische König Dagobert I. (610-639) ist urkundlich als Schenker von Weingärten an Kirchen bzw. Klöster bezeugt. Ein Weinbau in der Pfalz ist durch eine Urkunde König Siegberts III. aus dem Jahre 653 belegt und im 8. Jahrhundert werden bereits weit über hundert Weinbaugemeinden in der Pfalz erwähnt.

Kaiser Karl der Große (742–814) gab wichtige Impulse für den Weinbau, denn er ließ dichte Wälder roden und mit Rebstöcken aus Ungarn, Italien, Spanien, Lothringen und der Champagne bepflanzen. Er erließ erste Gesetze zur Weinbereitung und gab die Erlaubnis, den selbsterzeugten Wein in Buschenschanken zu verkaufen. Entscheidend für einen kultivierten Weinbau waren die Zisterzienser, der in ganz Europa tausende Klöster gründete und sich professionell mit Weingartenpflege, Rebsortenauswahl und Weinbereitung beschäftigte. Im Jahre 1136 gründeten zwölf Mönche aus Burgund das berühmte Kloster Eberbach im Rheingau. Innerhalb der nächsten 100 Jahre entstanden zwischen Worms und Köln 200 Niederlassungen am Rhein. Im 12. und 13. Jahrhundert war das Kloster mit seinen Ablegern sozusagen das größte Weinbau-Unternehmen der Welt. Zunächst pflanzten die Mönche aus dem Burgund mitgebrachte Weinreben, vor allem Rotweinsorten. Sie erkannten aber bald, dass im Rheingau Weißweinsorten am besten gediehen.

Im Hochmittelalter (1050-1250) reichten durch die Auswirkungen der Mittelalterlichen Warmzeit die Anbaugrenzen etwa 200 m höher als heute, so dass Landwirtschaft und Weinbau eine große Ausdehnung erfuhren. Die größte Rebfläche wurde dann im 15. Jahrhundert mit rund 400.000 Hektar erreicht (etwa viermal so viel wie heute). Damals zählte allerdings das Elsass mit umfangreichen Rebflächen hinzu. Die Weingärten befanden sich aber hauptsächlich in niedrig gelegenen Flachlagen durch Rodung stark bewaldeter Flächen im nördlichen Franken. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) hinterließ so wie im übrigen Europa Zerstörungen in apokalyptischem Ausmaß, von denen sich der deutsche Weinbau nur sehr langsam erholte. Viele vormalige blühende Weingebiete wie Bayern, Nord-, Ost- und Mitteldeutschland wurden gar nicht mehr mit Rebstöcken bepflanzt. Aber auch das Aufkommen von Bier als Massengetränk setzte dem Weinbau stark zu. Der Wein wurde immer rarer und teurer. Im Jahre 1563 war ein Stück Rheinwein (1.200 Liter) noch für 300 Goldtaler zu haben, einige Jahre später 500 Goldtaler.

Weitere Rückschläge mit Kälteperioden und daraus resultierenden vielen Missernten gab es durch die Auswirkungen der Kleinen Eiszeit (1450-1850) mit besonders kalten Zeitabschnitten von 1570 bis 1630 und 1675 bis 1715. Dessen ungeachtet nahm ab Beginn des 18. Jahrhunderts der Weinbau wieder Aufschwung. Durch die Säkularisierung der Klöster anfangs des 19. Jahrhunderts traten vor allem Adelige an die Stelle der Mönche, denen der heutige Standard zu verdanken ist. Qualität begann eine große Rolle zu spielen. In diesem Zusammenhang erfolgte 1868 und 1897 die Preußische Lagenklassifikation. Ab Anfang der 1860er-Jahre kam über Deutschland die Reblaus- und die Mehltau-Plage, die wiederum zu schweren Verwüstungen führten.

Während der französischen Revolutionskriege (1792-1815) entstanden aus dem säkularisierten Besitz der Kirche zumeist im Eigentum des Staates befindliche Weinbaudomänen. Zielsetzung dieser „Muster/Lehrweingüter“ war und ist es zum Teil noch heute, moderne weinbauliche Produktionsmethoden zu verbreiten. Dies erfolgte durch die Erprobung neuer Methoden im Weinberg, sowie Produktion und Verbreitung veredelten Pfropfreben. Im Jahre 1892 wurde das erste Weingesetz eingeführt, wo unter anderem noch eine kontrollierte Zuckerung erlaubt war. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es durch die beiden Weltkriege eine große Rezession und die Rebfläche schrumpfte bis 1945 auf unter 50.000 Hektar. Der Weinhandelsexport erreichte einen Tiefststand. Ab den 1950er-Jahren vollzog sich dann langsam ein positiver Wandel.

Die deutschen Weinbaugebiete gehören zu den nördlichsten der Welt und befinden sich damit im Grenzbereich zwischen dem feuchtwarmen Golfstromklima im Westen und dem trockenen Kontinentalklima im Osten. Die zum Teil sehr unterschiedlichen Böden bestehen aus Basalt, Buntsandstein, Fels, Löss, Muschelkalk, Porphyr, Schiefer und Vulkangestein. Die besten Weinberge liegen im Norden. Im Jahre 2012 wurden von 102.000 Hektar Rebfläche 9,012 Millionen Hektoliter Wein produziert (siehe auch unter Wein-Produktionsmengen). Der Export beträgt rund 25%, die traditionellen Abnehmer sind Großbritannien, USA, Niederlande und Japan. Im Jahre 1972 gab es noch über 100.000 Weinbaubetriebe, seitdem erfolgte kontinuierlich ein starker Strukturwandel und eine enorme Reduktion auf nunmehr weniger als die Hälfte.

Landweingebiet: Diese Qualitätsstufe wurde 1982 eingeführt. Seit August 2009 gibt es statt vorher 21 nun insgesamt 26 Landweingebiete, die zum Großteil als Teilbereiche innerhalb der Anbaugebiete oder außerhalb davon liegen. Dies sind Ahrtaler LW, Badischer LW, Bayrischer-Bodensee LW, Brandenburger LW, LW Main (früher Fränkischer LW), LW der Mosel, LW Neckar, LW Oberrhein, LW Rhein, LW Rhein-Neckar, LW der Ruwer, LW der Saar, Mecklenburger LW, Mitteldeutscher LW, Nahegauer LW, Pfälzer LW, Regensburger LW, Rheinburgen – LW, Rheingauer LW, Rheinischer LW, Saarländischer LW, Sächsischer LW, Schleswig-Holsteiner LW, Schwäbischer LW, Starkenburger LW und Taubertäler LW.

Anbaugebiet: Es gibt 13 Anbaugebiete, die in Bereiche, Großlagen und Einzellagen gegliedert sind. Nur bei diesen darf die Bezeichnung Qualitätswein bzw. Q.b.A. verwendet werden. Sie sind vor allem im Südwesten in den Tälern des Rheins und der Mosel sowie deren zahlreichen Nebenflüssen konzentriert. Im Süden sind sie eher locker in die Landschaften eingestreut. Durch die im Jahre 1990 erfolgte Wiedervereinigung kamen die zwei neuen Anbaugebiete Sachsen und Saale-Unstrut im Osten dazu. Außerhalb der Anbaugebiete werden Reben auf insgesamt 56 Hektar Rebfläche außerdem auch noch in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein angebaut. Die davon produzierten Weine dürfen jedoch nur als Landweine vermarktet werden.

Bereich (BER): Mit Ausnahme von Ahr, Nahe und Rheingau sind die Anbaugebiete in zwei oder mehr Bereiche gegliedert. Die Bereiche sind in Großlagen gegliedert.

Großlage (GL): Diese umfasst mehrere benachbarte, aber nicht unbedingt aneinander angrenzende Einzellagen. Meist trägt diese Großlage den Namen der früher berühmtesten Einzellage (vor der Reduzierung). Aus der Angabe auf dem Flaschenetikett geht aber nicht hervor, ob es sich um eine Einzellage oder um eine Großlage handelt.

Einzellage (EL): Diese ist nur selten unter fünf Hektar groß. Es gibt aber die Bandbreite von weniger als einem bis zu 200 Hektar. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich etwa 25.000 Weinbergsnamen mit oft wenigen Rebzeilen entwickelt. Diese wurden durch das Weingesetz 1970 und die Flurbereinigung 1971 sehr stark reduziert. Von den verbliebenen 2.709 Einzellagen stehen aber rund 50 nicht unter Ertrag bzw. sind gar nicht mehr bestockt.

Katasterlage: Die nunmehr kleinste geographische herkunftsgeschützte Einheit. Seit 2014 kann von jedem Weinbaubetrieb beantragt werden, in den Kataster eingetragene Gewanne als Katasterlage definieren zu lassen, die dann am Etikett angegeben werden können.

Deutschlands Anbaugebiete liegen mit einer einzigen Ausnahme in der europäischen Weinbauzone A, nur das Anbaugebiet Baden zählt (wie Österreich) zur Weinbauzone B. In der folgenden Tabelle sind die Rebflächen der Jahre 1999 und 2009 dargestellt. In diesen zehn Jahren gab es nur bei zwei Anbaugebieten prozentuell starke Veränderungen. Beim Anbaugebiet Mosel (1999 noch Mosel-Saar-Ruwer) war dies eine Reduktion um 26,5% bzw. 3.239 Hektar und beim Anbaugebiet Saale-Unstrut ein Zuwachs von 39,1% bzw. 198 Hektar. Bei den übrigen 11 Anbaugebieten gab es nur geringe Veränderungen. Die Gesamtfläche verringerte sich um 3,5% bzw. 3.688 Hektar:

ANBAUGEBIET BER GL EL BETRIEB HEKTAR
2009
%-ANT
WEISS
%-ANT
ROT
HEKTAR
1999
Ahr 1 1 43 637 557 14,2 85,8 510
Baden 9 15 315 14.056 15.836 55,9 44,1 15.852
Franken 3 23 216 4.830 6.104 80,3 19,7 6.080
Hessische Bergstraße 2 3 23 454 427 79,2 20,8 455
Mittelrhein 2 11 111 245 458 84,9 15,1 620
Mosel 6 19 524 4.415 8.976 90,9 9,1 12.215
Nahe 1 7 328 781 4.163 75,1 24,9 4.590
Pfalz 2 25 325 4.151 23.467 61,5 38,5 23.764
Rheingau 1 11 123 814 3.062 85,2 14,8 3.249
Rheinhessen 3 24 434 3.440 26.480 69,0 31,0 26.436
Saale-Unstrut 3 4 37 679 704 73,3 26,7 506
Sachsen 2 4 23 2.559 461 81,1 18,9 373
Württemberg 6 17 207 10.831 11.435 28,6 71,4 11.224
restliche Flächen - - - 90 56 - - -
GESAMT 40 164 2.709 47.982 102.186 64,0 36,0 105.874


Deutscher Wein unterscheidet sich von Wein aus anderen Ländern durch seine Leichtigkeit, Spritzigkeit und Fruchtigkeit. Die lange Vegetationszeit und die geringe Sommerhitze machen die Weine filigran und nicht zu alkoholreich. Das Geheimnis liegt in der guten Ausgewogenheit von Süße und Säure; in Verbindung mit dem geringeren Alkoholgehalt ergibt dies eine besondere Rasse. Die Weine zeichnen sich nicht selten durch eine erstaunliche Langlebigkeit aus. Über 140 Rebsorten sind offiziell zugelassen, Marktbedeutung hat davon jedoch davon nur ein gutes Dutzend. In den letzten zehn Jahren hat sich der Rebsortenspiegel stark verändert. Knapp zwei Drittel der Rebsorten sind Weißwein- und ein gutes Drittel mit steigender Tendenz Rotweinsorten. Im Jahre 1998 war das Verhältnis noch 71% Weißweinsorten zu 29% Rotweinsorten gewesen.

Die häufigste Rebsorte Deutschlands ist nach wie vor mit über einem Fünftel Anteil der Riesling, dessen Bestand sich in den letzten zehn Jahren nur unwesentlich verringert hat (um 513 ha). Die eindeutigen Aufsteiger sind die roten Neuzüchtungen Regent (um das 12-fache), St. Laurent (um das 4,3-fache) und Dornfelder (um das 3,7-fache), dann die Burgundersorten Weißer Burgunder (94%), Grauer Burgunder (76%), Spätburgunder (58%), Auxerrois (171%) und Chardonnay (268%), sowie die neuen Sorten aus Frankreich (die es 1999 noch gar nicht gab) Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot und Sauvignon Blanc.

Zu den stärksten Absteigern zählen die bis 1995 in Deutschland führende Sorte Müller-Thurgau (-40%), Grüner Silvaner (-31%), sowie die weißen Neuzüchtungen Bacchus, Faberrebe, Huxelrebe, Kerner, Ortega und Scheurebe (Halbierung). Es ist zu erwarten, dass sich der Trend fortsetzen wird und vor allem die Burgundersorten und französischen Sorten weiterhin stark steigen. Der Rebsortenspiegel Status 2009 (0 = kleiner 0,5 ha):

Rebsorte
dt. Hauptname
In Deutschland
gebräuchliche Synonyme
Farbe Hektar
2009
%-Ant
2009
Hektar
1999
Riesling Weißer Riesling, Rheinriesling weiß 22.580 22,1 23.093
Müller-Thurgau Rivaner, Riesling-Silvaner weiß 13.628 13,3 22.973
Spätburgunder
inklusive Samtrot
Pinot Noir, Blauer S., Blauburg.
Blauer Spätburg. Klon Samtrot
rot 11.733
(~400)
11,5 7.453
Dornfelder - rot 8.000 7,8 2.142
Grüner Silvaner
Blauer Silvaner
Silvaner, Sylvaner weiß 5.187
38
5,1
-
7.475
?
Ruländer Pinot Gris, Grauburgunder weiß 4.517 4,4 2.565
Portugieser Blauer Portugieser rot 4.202 4,1 4.603
Weißer Burgunder Pinot Blanc, Weißburgunder weiß 3.941 3,9 2.032
Kerner Kernerrebe weiß 3.584 3,5 7.465
Trollinger Blauer Trollinger, Schiava Grossa rot 2.431 2,4 2.542
Müllerrebe Schwarzriesling, Pinot Meunier rot 2.303 2,3 2.152
Regent - rot 2.122 2,1 178
Bacchus Frühe Scheurebe weiß 1.977 1,9 3.463
Limberger/Lemberger Blaufränkisch, Blauer Limberger rot 1.747 1,7 969
Scheurebe Sämling 88 weiß 1.655 1,6 3.538
Chardonnay - weiß 1.228 1,2 334
Weißer Gutedel
Roter Gutedel
Chasselas, Gutedel weiß 1.132
0
1,1
-
1.294
?
Roter Traminer Traminer / Gewürztraminer weiß 838 0,8 893
Saint Laurent St. Laurent, Blauer St. Laurent rot 657 0,6 152
Ortega - weiß 622 0,6 1.213
Huxelrebe - weiß 613 0,6 1.419
Weißer Elbling
Roter Elbling
Elbling, Kleinberger weiß 567
9
0,6
-
1.125
?
Faberrebe - weiß 551 0,5 1.807
Sauvignon Blanc Muskat-Sylvaner weiß 516 0,5 0
Morio-Muskat Morio weiß 488 0,5 1.481
Acolon - rot 482 0,5 0
Merlot - rot 469 0,5 0
Domina - rot 405 0,4 ?
Dunkelfelder - rot 341 0,3 213
Cabernet Mitos - rot 320 0,3 0
Cabernet Sauvignon - rot 295 0,3 0
Frühburgunder Blauer Frühburgunder, Clevner rot 256 0,2 ?
Cabernet Dorsa - rot 234 0,2 0
Gelber Muskateller
Roter Muskateller
Muskateller / Muscat Blanc weiß 190
2
0,2
-
?
?
Auxerrois Kleiner Heunisch weiß 190 0,2 70
Heroldrebe - rot 147 0,2 ?
Siegerrebe - weiß 102 0,1 188
Reichensteiner - weiß 100 0,1 ?
Blauer Zweigelt Zweigelt, Rotburger rot 100 0,1 ?
Rieslaner Mainriesling weiß 87 0,1 ?
Johanniter - weiß 77 0,1 ?
Ehrenfelser - weiß 85 0,1 ?
Muskat-Trollinger Trollinger-Muskat rot 65 0,1 ?
Würzer - weiß 65 0,1 ?
Solaris - weiß 66 0,1 0
Nobling - weiß 61 0,1 ?
Cabernet Cubin - rot 59 0,1 0
Optima Optima 113 weiß 59 0,1 ?
Dakapo - rot 58 0,1 ?
Phoenix - weiß 48 - ?
Regner - weiß 42 - ?
Cabernet Dorio - rot 37 - 0
Perle Perle von Alzey weiß 33 - ?
Kanzler - weiß 33 - ?
Cabernet Cortis - rot 28 - 0
Bouvier Findling weiß 27 - ?
Syrah Shiraz rot 27 - 0
Juwel - weiß 23 - ?
Goldriesling (1) Gelbriesling, Goldmuskat weiß 21 - ?
Deckrot - rot 20 - ?
Schönburger - weiß 20 - ?
Helfensteiner Blauer Weinsberger rot 19 - ?
Kernling - weiß 17 - ?
Cabernet Franc - rot 16 - 0
Rotberger - rot 15 - ?
Albalonga - weiß 14 - ?
Tauberschwarz Blauer Hängling rot 14 - ?
Rubinet - rot 13 - 0
Muskat-Ottonel - weiß 12 - ?
Ehrenbreitsteiner - weiß 10 - ?
Hegel - rot 10 - ?
Rondo - rot 10 - ?
Palas - rot 8 - ?
Grüner Veltliner Weißgipfler weiß 7 - ?
Hölder - weiß 6 - ?
André - rot 5 - ?
Malvasier Frühroter Veltliner, Früher Roter weiß 5 - ?
Freisamer - weiß 4 - ?
Merzling - weiß 4 - ?
Orion - weiß 4 - ?
Blauburger - rot 3 - ?
Bronner - weiß 3 - ?
Mariensteiner - weiß 3 - ?
Prinzipal - weiß 3 - ?
Silcher - weiß 3 - ?
Septimer - weiß 2 - ?
Arnsburger - weiß 1 - ?
Färbertraube Teinturier du Cher rot 1 - ?
Fontanara - weiß 1 - ?
Hibernal - weiß 1 - ?
Perle von Zala Zala Gyöngye weiß 1 - ?
Sirius - weiß 1 - ?
Staufer - weiß 1 - ?
Précoce de Malingre Früher Malingre, Malinger weiß 0 - ?
Osteiner - weiß 0 - ?
sonst. rote Sorten - rot 175 0,2 ?
sonst. weiße Sorten - weiß 256 0,3 ?
ROTE SORTEN     36.825 36,0 30.704
WEISSE SORTEN     65.361 64,0 75.170
GESAMT     102.186 100 105.874

Weinkategorien / Qualitätsstufen: Im August 2009 wurde die EU-Weinmarktordnung mit grundlegenden Änderungen der Weintypen und Qualitätsstufen gültig (siehe dazu unter Qualitätssystem). In Deutschland waren die neuen Bezeichnungen g.g.A. und g.U. bis Ende 2011 verboten. Ab 2012 trat die Regelung in Kraft, die alten traditionellen Bezeichnungen Landwein, Qualitätswein und Prädikatswein (mit allen Prädikatsstufen) weiterhin verwenden zu dürfen. Zusätzlich können alternativ am Etikett die neuen Bezeichnungen „geschützte geographische Angabe“ und „geschützter Ursprung“ angeführt werden, jedoch nicht in abgekürzter Form:

  • Wein ohne engere Herkunftsangabe (früher der nun verbotene Begriff Tafelwein)
  • Wein mit Rebsorten und/oder Jahrgangsangabe
  • Wein mit geschützter geographischer Angabe (g.g.A.) = Landwein
  • Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) = Qualitätswein und Prädikatswein


Wein ohne Sorten- und/oder Jahrgangsangabe - Deutscher Wein: Muss ausschließlich aus im Inland geernteten Weintrauben hergestellt sein. Muss ausschließlich von zugelassenen Rebsorten stammen. Muss natürlichen Mindestalkoholgehalt in der Zone A von 5% vol (44 °Oe) und in der Zone B von 6% vol (50 °Oe) aufweisen. Muss nach etwaiger Anreicherung einen vorhandenen Alkoholgehalt von mindestens 8,5% vol = 67 g/l in den Zonen A und B aufweisen. Muss einen in Weinsäure ausgedrückten Gesamtsäuregehalt von mindestens 3,5 g/l aufweisen.

Wein mit Sorten- und/oder Jahrgangsangabe - Deutscher Wein: Es dürfen ausschließlich zugelassene Rebsorten verwendet und angegeben werden.

Landwein und/oder Wein mit geschützter geographischer Angabe (nur Langtext ist zulässig)
Muss zumindest 85% von Weintrauben stammen, die in dem Gebiet geerntet worden sind, z. B. Ahrtaler Landwein. Eine Konzentrierung durch Kälte ist nicht erlaubt. Ein Anreichern des Mostes vor der Vergärung ist zulässig. Der Hektar-Höchstertrag ist 15.000 l Wein. Muss Geschmacksrichtung „trocken“ oder „halbtrocken“ entsprechen.

Qualitätswein und/oder Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung (nur Langtext ist zulässig)
Die traditionelle Bezeichnung QbA (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete) ist weiterhin möglich. Nach postiver sensorischer und analytischer Prüfung erfolgt die Zuerkennung der Amtlichen Prüfnummer. Der Wein muss typische Merkmale aufweisen und in Aussehen, Geruch und Geschmack frei von Fehlern sein. Er kann für Anbaugebiete, aber auch engere geografische Bezeichnungen (Bereich, Großlage, Ortsname, Einzellage) genutzt werden. Weinbergs- und Flurnamen (Parzellen), die nach dem Weingesetz von 1971 nicht mehr zulässig waren, können unter bestimmten Umständen wiederverwendet werden. Die Weine benötigen Produktspezifikationen, die Erzeugung (Rebsorten, Erträge etc.) und den herkunftsbedingten Geschmack beschreiben.

Die verwendeten Weintrauben müssen ausschließlich aus zugelassenen Rebsorten der Spezies Vitis vinifera stammen. Sie müssen in einem einzigen „bestimmten Anbaugebiet“ geerntet und grundsätzlich in dem bestimmten Anbaugebiet zu Qualitätswein verarbeitet worden sein. Der aus den verwendeten Weintrauben gewonnene Most im gärfähig befüllten Behältnis muss mindestens den für jedes bestimmte Anbaugebiet und für jede Rebsorte festgesetzten natürlichen Mindestalkoholgehalt aufgewiesen haben. Der vorhandene Alkoholgehalt muss mindestens 7 % vol = 56 g/l betragen und der Wein einen Mindest-Gesamtalkoholgehalt von 9% vol = 71 g/l aufweisen. Zusatz von konzentriertem Traubenmost und Kältekonzentrierung sind verboten.

Prädikatsweine
Dieser muss zumindest den Qualitätswein-Kriterien entsprechen. Zusätzlich gelten unter anderem höhere Mostgewichte. Es gibt sechs Prädikatsweintypen:

Kabinett: Zumindest 67 °Oe bis 82 °Oe Mostgewicht unterschiedlich je Anbaugebiet. Zumindest 7% vol = 56 g/l vorhandener Alkoholgehalt. Zumindest 9% = 71 g/l Mindest-Gesamtalkoholgehalt.

Spätlese: Zumindest 76 °Oe bis 90 °Oe Mostgewicht unterschiedlich je Anbaugebiet. Als Vorgabe gilt eine „späte Lese“ und vollreifer Zustand der Trauben.

Auslese: Zumindest 83 °Oe bis 100 °Oe Mostgewicht unterschiedlich je Anbaugebiet. Es muss eine Aussonderung aller kranken und unreifen Beeren erfolgen.

Beerenauslese: Zumindest 110 °Oe bis 128 °Oe Mostgewicht unterschiedlich je nach Anbaugebiet. Es dürfen nur weitgehend edelfaule oder zumindest überreife Trauben verwendet werden. Der natürlich vorhandene Alkoholgehalt muss zumindest 5,5% vol betragen.

Trockenbeerenauslese: Zumindest 150 °Oe bis 154 °Oe Mostgewicht unterschiedlich je nach Anbaugebiet. Muss weitgehend aus edelfaulen Trauben gekeltert werden.

Eiswein: Zumindest 110 °Oe bis 128 °Oe Mostgewicht (wie Beerenauslese). Die gefrorenen Trauben werden gekeltert und gepresst, das Eis bleibt im Trester zurück.

Sonstige Weinbezeichnungen bzw. Weintypen
Es gibt eine Reihe von spezifischen Bezeichnungen bzw. Weintypen mit weingesetzlich definierten Produktionsvorgaben. Das sind Badisch Rotgold, Classic, Federweißer, Liebfrauenmilch, Rotling, Schieler, Schillerwein, Selection und Weißherbst (siehe eine Aufstellung von zumeist nicht weinrechtlichen Bezeichnungen unter Spezialweine). Weitere Weintypen sind:

Sekt: Ein qualitativ höherwertiger Sekt trägt die Bezeichnung „Deutscher Sekt“, in diesem Fall besteht er zu 100% aus in Deutschland gewachsenen Trauben. Die Bezeichnung „Sekt bA“ besagt, dass die Trauben zu 100% aus einem bestimmten Anbaugebiet stammen.

Biowein: Die Herstellung unterliegt zumindest den Richtlinien gemäß EU Öko-Verordnung, sowie gegebenenfalls den oft noch strengeren Regeln von Bioverbänden. Die deutsche Dachorganisation ist BÖLW (siehe dazu auch detailliert unter dem Stichwort Biologischer Weinbau).

Wichtige weinrechtliche Bestimmungen
Die Änderungen durch die ab August 2009 gültige EU-Weinmarktordnung sind berücksichtigt:

Mostgewicht: Für jede Qualitätsstufe gibt es ein Mindest-Mostgewicht (siehe oben). Innerhalb der Qualitätsstufen wird nochmals nach Rebsorten differenziert. Um den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen gerecht zu werden, sind diese Mengen je Anbaugebiet unterschiedlich.

Ertrag: Die Maximalmengen in hl/ha werden verantwortlich von den Anbaugebieten definiert und sind je Anbaugebiet und im Bundesland Rheinland-Pfalz auch je Qualitätsgruppe unterschiedlich. Unabhängig der Qualitätsgruppe sind dies 80 hl/ha (Sachsen), 90 (Baden, Franken, Saale-Unstrut), 100 (Ahr, Hessische Bergstraße, Rheingau), 105 (Mittelrhein, Nahe, Pfalz, Rheinhessen), sowie 110 (Württemberg). In Rheinland-Pfalz (Mosel, Nahe, Pfalz, Rheinhessen) sind dies für Qualitätswein 105 bzw. 125 für Mosel, 125 für Land- und Rebsortenwein, 150 für deutscher Wein, sowie 200 für Grundwein für die Herstellung von Sekten oder Destillaten.

Herkunft / Jahrgang / Rebsorte: Ein Wein muss mindestens zu 85 % aus der angegebenen Herkunft, Rebsorte und dem angegebenen Jahrgang stammen. Wenn der Fremdanteil (aus einer anderen Herkunft, Rebsorte oder einem anderen Jahrgang als in der Bezeichnung angegeben) die Höchstgrenze von 15% erreicht, dann dürfen maximal 10% fremde Süßreserve zugesetzt werden. Denn der gesamte Fremdanteil darf einschließlich der Süßreserve 25% nicht übersteigen. „Deutsche Weine“ müssen zu 100% aus im Inland geernteten Weintrauben stammen. Es sind saatgutrechtlich 87 Ertragsrebsorten (66 davon sind oben angeführt), 15 Unterlagsrebsorten und 12 Zierrebsorten zugelassen. Eine detaillierte Beschreibung mit den weinbaulichen Eigenschaften ist in der „Beschreibenden Rebsortenliste“ des Bundessortenamtes enthalten (siehe dazu unter Sortenschutz). Die Angabe sortenrein ist nur dann erlaubt, wenn der Wein zu 100% aus der angegebenen Rebsorte stammt.

Zuckergehalt: Der Gehalt an Restzucker ist fakultativ am Etikett enthalten. Als trocken gilt ein Wein mit max. 4 g/l oder 9 g/l wenn die Gesamtsäure nicht mehr als 2 g/l niedriger als der Restzucker ist. Bei z. B. 8 g/l erfordert dies zum. 6 g/l Gesamtsäure. Die übrigen Grade sind halbtrocken mit 12 g/l oder 18 g/l, wenn die Gesamtsäure nicht mehr als 10 g/l niedriger ist, lieblich mit höherem Wert als für halbtrocken aber max. 45 g/l, sowie süß mit zum. 45 g/l. Weingesetzlich nicht relevante Begriffe sind feinherb, fränkisch trocken und herb.

Süßung (Erhöhung Restzucker): Der Wein darf um nicht mehr als 4% vol Alkoholgehalt gesüßt werden (sinngemäß zu verstehen). Es darf ausschließlich ein als Süßreserve bezeichneter Traubenmost verwendet werden, konzentrierter Traubenmost und RTK ist für Landwein, Qualitätswein und Prädikatswein verboten (ist sogar Einschränkung des EU-Rechts; Grund ist die Erhaltung der Ursprünglichkeit des Weines). Bei Zugabe von Traubenmost zum Prädikatswein muss dieser der gleichen Prädikatsweinstufe entsprechen.

Anreichern (Erhöhen des natürlichen Alkoholgehalts): Darf bei allen Weinarten (unabhängig Weinfarbe und Qualitätsstufe) um maximal 2% vol Alkoholgehalt mittels der zugelassenen Mittel vorgenommen werden (siehe im Detail unter Anreichern). Früher war in Deutschland für Land- und Qualitätsweine nur Saccharose (Trockenzucker) zugelassen. Aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes wurde aber im Jahre 1989 das Deutsche Weingesetz geändert. Nach einer erfolgten Anwendung darf bei Qualitätswein b. A. ein Alkoholgehalt von 15% vol nicht überschritten werden. Bei Prädikatswein ist ein Anreichern prinzipiell nicht zulässig.

Wichtige Institutionen, Gremien, Behörden u. Forschungsanstalten, die im Zusammenhang mit Weinbau forschende, organisierende, kontrollierende, publizistische oder ausbildende Funktionen wahrnehmen: Deutsche Weinakademie, DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), DWF (Deutscher Weinfonds), DWI (Deutsches Wein-Institut), DWV (Deutscher Weinbauverband), Freiburg, Geilweilerhof, Geisenheim, Gesellschaft für Geschichte des Weines, Julius Kühn-Institut, VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter), Weinbauring Franken und Weinsberg.

Das deutsche Standardwerk bezüglich Weinrecht ist „Weinrecht“ (Walhalla-Verlag), das in der im Juni 2012 erschienen Auflage 4.068 Seiten in vier Ordnern plus CD-ROM umfasst. Es bietet das Weinrecht der EU sowie von Deutschland und der Bundesländer. Ein weiteres umfangreiches Werk ist der „Weinrecht Kommentar“ von Prof. Dr. Hans-Jörg Koch. Siehe dazu auch unter dem Stichwort Weingesetz.

Einflussreiche deutsche Weinautoren bzw. Weinkritiker sind bzw. waren unter anderem Paula Bosch, Armin Diel, Gerhard Eichelmann, Marcus Hofschuster, Rudolf Knoll, Norbert Pobbig, Jens Priewe, Mario Scheuermann und Eckhard Supp. Sie wirken in vielen Weinmagazinen und Weinführern wie zum Beispiel Der Berliner Weinführer, Busche Winzer & Weingüter, Eichelmann Deutschlands Weine, Gault Millau, Meiningers Weinwelt und Wein-Plus.

Im Weinführer finden Sie
aktuell 114 463 Weine und 23 184 Erzeuger, davon 6 305 klassifizierte Erzeuger.

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