Frankreich

Languedoc 55 Anbaugebiete

Languedoc - Beschreibung

Die Weinbauregion ist der nördliche Teil des Bereiches Languedoc-Roussillon im tiefen Süden Frankreichs an der Mittelmeerküste. Sie umfasst von Norden nach Südwesten die drei Départements Gard, Hérault und Aude. Das wesentlich kleinere Roussillon im Département Pyrénées-Orientales schließt westlich, die beiden Weinbauregionen Provence und Rhône östlich an. Der Name leitet sich von „langue d’oc“ ab, was soviel wie „Sprache des Oc“ (oc = ja) bedeutet. Diese okzitanische Sprache wurde im Mittelalter südlich der Loire gesprochen; nördlich sprach man „Langue d’oil“ (aus „oil“ entwickelte sich „oui“). Die beiden Regionen Languedoc-Roussillon und Midi-Pyrénées wurden im Jahre 2016 zur neuen politischen Region Okzitanien (frz. Occitanie) zusammengefasst.

Schon lange vor dem viel berühmteren Champagner wurde hier ein perlender Schaumwein hergestellt, der heutige Blanquette de Limoux. Eine spezielle Form eines alkoholstarken, süßen Vin de liqueur im Languedoc ist der Cartagène. Bis in die 1980er-Jahre hatte der Languedoc den Ruf einer vor allem billigen Massenwein produzierenden Weinbauregion. Ab Anfang der 1990er-Jahre gab es durch die EU geförderte Rodungsprogramme. Dies führte zu einer extrem starken Reduzierung der Rebflächen innerhalb von zehn Jahren.

Die Weinberge umfassen 70.000 Hektar Rebfläche. Sie erstrecken sich über 200 Kilometer entlang zumeist nahe der Küstenlinie des Mittelmeeres von Nimes mit der weinrechtlich zur Region Rhône zählenden Appellation Costières de Nîmes im Osten bis Narbonne mit Limoux und Corbières im Westen. Der größte Teil davon liegt auf tiefgelegenem Schwemmlandboden, hier gab es auch die meisten Rodungen. Die einige hundert Meter hoch liegenden Weinberge in den Ausläufern der Pyrenäen im Westen liegen an Schiefer und Kalkstein aufweisenden Hängen. Es herrscht so wie im Roussillon mediterranes Klima mit trockenen und heißen Sommern vor.

Rebsorten

Die wichtigsten Rotweinsorten sind Grenache Noir (Garnacha Tinta), Mourvèdre (Monastrell) und Syrah; die roten Nebensorten sind Cabernet Sauvignon, Carignan Noir (Mazuelo), Cinsaut, Counoise, Llladoner Pelut (Garnacha Peluda), Morrastel (Graciano), Piquepoul Noir und Terret Noir. Die wichtigsten Weißweinsorten  sind Bourboulenc, Clairette und Grenache Blanc (Garnacha Blanca); die weißen Nebensorten sind Carignan Blanc, Chardonnay, Grenache Gris (Garnacha Roja), Macabéo, Marsanne, Piquepoul Blanc, Rolle (Vermentino),  Roussanne, Terret Blanc, Viognier und Ugni Blanc (Trebbiano Toscano). Bei Rotweinen ist die Methode Macération carbonique (Kohlensäure-Maischung) üblich. Der Languedoc ist der französische Hauptlieferant für einfachen Wein und produziert 80% der IGP-Weine (Landweine). Den Ruhm solcher Weine begründete unter anderem Mas de Daumas-Gassac.

Qualitätspyramide

Vom Verband CIVL (Comité Interprofessionnel des Vins du Languedoc) wurde eine neue Klassifikation für die Weine der Region ausgearbeitet, die im Jahre 2011 in Kraft getreten ist. Die pyramidenförmige Hierarchie in aufsteigender Reihenfolge ist Languedoc, Grands Vins du Languedoc und Crus du Languedoc. Die Grundlagen für die Einstufung sind qualitative und wirtschaftliche Kriterien (u. a. sind bestimmte Vertriebswege und Mindestverkaufspreise vorgeschrieben). Ein Wein muss bestimmte Charakteristiken erfüllen und oberhalb der einfachen AOC Languedoc ein Aufnahmeverfahren durchlaufen, um in die entsprechende höhere Kategorie 2 oder 3 eingeordnet zu werden. Die kleinen Appellationen sollen dadurch in ihrer Terroirbetonung gestärkt werden.

Die erste Stufe AOC Languedoc wurde 2007 geschaffen und ersetzte die frühere AOC Coteaux du Languedoc (der alte Name konnte noch bis 2017 verwendet werden). Verwirrenderweise umfasst die neue AOC aber den Großteil der Doppelregion Languedoc-Roussillon. Konkret sind das 195 Gemeinden im Département Aude, 19 Gemeinden im Dep. Gard, 160 Gemeinden im Dep. Hérault und 122 Gemeinden im Dep. Pyrénées-Orientales.

Die Weinberge umfassen rund 10.000 Hektar Rebfläche, von denen etwa 20% der Weinproduktion des Bereiches stammen. Rot- und Roséweine werden aus Grenache Noir, Mourvèdre und Syrah (zum. 50%), sowie Llladoner Pelut, Carignan Noir, Cinsaut, Counoise, Grenache Gris, Terret Noir und Piquepoul Noir (max. 50%) verschnitten. Weißweine werden aus Bourboulenc, Clairette, Grenache Blanc, Piquepoul Blanc, Roussanne, Marsanne und Rolle (zum. 70%), sowie Carignan Blanc, Macabéo, Terret Blanc, Viognier und Ugni Blanc (max. 30%) erzeugt. Zulässige Höchsterträge sind 50 hl/ha bei Rot- und Rosé- sowie 60 hl/ha bei Weißweinen.

Auf die zweite Stufe Grands Vins du Languedoc entfallen etwa 70% der Weinproduktion. Dazu zählen (außer natürlich AOC Languedoc) die meisten der unten angeführten Appellationen. Es handelt sich dabei um strukturierte, aromatische Gewächse, die typisch für ihr Terroir sind. Die Bestimmungen bezüglich Rebsortenmischungen sind individuell und jeweils dort angeführt. Der zulässige Höchstertrag beträgt 48 bis 50 hl/ha.

An der Spitze der Pyramide stehen die Crus du Languedoc mit etwa 10% der Weinproduktion. Diese möglichst ausdrucksstarken Weine besitzen laut Vorgabe „Seltenheitswert und tragen die Handschrift des Erzeugers“. Weißweine müssen zumindest sechs Monate, Rotweine zumindest zwölf Monate ausgebaut werden. Eine sensorische Prüfung ist vorgeschrieben. Zumindest 70% der Produktion muss direkt ab Weingut verkauft werden. Höchsterträge liegen bei 45 hl/ha für Rotweine und 50 hl/ha für Weißweine.

Appellationen (AOC) und IGP-Bereiche

Die AOC-Bereiche bzw. Appellationen (Qualitätsweine) und IGP-Bereiche (Landweine) der Region Languedoc sind:

Karte von Languedoc-Roussillon mit allen Appellationen

Produzenten

Zu den bekanntesten Produzenten in der Region zählen unter anderem Domaine L’Aigueliere, Mas d’Andrum, Domaine d’Aupilhac, Domaine Bassac, Château Belot, Domaine Bourdic, Mas Bruguière, CV de Cabrières, Domaine le Cazal, Domaine de Cazeneuve, Domaine de la Coste, Château de l’Engarran,  Mas de Daumas-Gassac, Mas d’Espanet, Château de Flaugergues, Domaine de la Grangette, Domaine Guiraud-Boyer, Domaine de Laballe, Château de Lascaux, Château Notre Dame, Domaine Peyre Rose, Château Peyriac de Mer, Château Puech-Haut, Domaine Pujol, Domaine du Rocher des Fées, Château de Roquenégade, Domaine de la Roque, Domaine de Sainte Rose, CV de St-Saturnin, Les Trois Blasons, Domaine du Temple und Maison Maurel Vedeau.

Karte: Von DalGobboM¿!i? - Eigenes Werk, GFDL, Link

Im Weinführer finden Sie
aktuell 119 830 Weine und 22 773 Erzeuger, davon 6 548 klassifizierte Erzeuger.
Bewertungssystem Über den Weinführer Botschafter Bezugsquellenangabe Verkostungsmuster
× Hinweis: Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen Schließen