Languedoc

55 Anbaugebiete

Die Weinbauregion ist der nördliche Teil des großen Bereiches Languedoc-Roussillon (die historische Entwicklung ist im Detail dort beschrieben). Sie umfasst die Départements Aude, Gard und Hérault. Die im tiefen Süden Frankreichs an der Mittelmeerküste liegende Region wird oft gemeinsam mit Roussillon genannt. Das wesentlich kleinere Roussillon mit nur rund einem Sechstel der Rebfläche schließt westlich an. Im Osten des Languedoc grenzen die Weinbauregionen Provence und Rhône an. Der Name leitet sich von „langue d’oc“ ab, was soviel wie „Sprache ja“ (oc = ja) bedeutet. Diese okzitanische Sprache wurde im Mittelalter südlich der Loire gesprochen; nördlich sprach man „Langue d’oil“ (aus „oil“ entwickelte sich „oui“).

Schon lange vor dem viel berühmteren Champagner wurde hier ein perlender Schaumwein hergestellt, der heutige Blanquette de Limoux. Bis in die 1980er-Jahre hatte der Languedoc den Ruf einer vor allem billigen Massenwein produzierenden Weinbauregion. Ab Anfang der 1990er-Jahre gab es durch die EU geförderte Rodungsprogramme mit dem Ziel einer bedeutenden Verringerung des großen europäischen Weinüberschusses. Dies führte zu einer extrem starken Reduzierung der Rebflächen innerhalb von zehn Jahren von über 350.000 auf nun „nur“ mehr 250.000 Hektar. Die Tendenz ist weiterhin stark sinkend.

Die Weinberge umfassen insgesamt 220.000 Hektar Rebfläche. Sie erstrecken sich fast 240 Kilometer entlang zumeist nahe der Küstenlinie des Mittelmeeres von Nimes mit der weinrechtlich zur Region Rhône zählenden Appellation Costières de Nîmes im Osten bis Narbonne mit den Appellationen Limoux und Corbières im Westen. Der größte Teil davon liegt auf tiefgelegenem Schwemmlandboden, hier gab es auch die meisten Rodungen. Die einige hundert Meter hoch liegenden Weinberge in den Ausläufern der Pyrenäen im Westen liegen an Schiefer und Kalkstein aufweisenden Hängen. Es herrscht so wie in der Nachbarregion Roussillon mediterranes Klima mit trockenen und heißen Sommern vor.

Mit rund einem Drittel dominiert die rote Sorte Carignan, gefolgt von Grenache Noir, Cinsaut, Syrah und Mourvèdre. Zugelassen sind auch die traditionellen Sorten Artisan, Bourboulenc, Clairette, Duras, Fer, Lladoner Pelut, Macabeo und Picpoul. Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Marsanne, Merlot, Rolle, Sauvignon Blanc, Rolle und Viognier dürfen zumeist nur für die überwiegend sortenreinen Landweine verwendet werden. Bei Rotweinen ist die Methode Macération carbonique (Kohlensäure-Maischung) üblich. Der Languedoc ist der französische Hauptlieferant für einfachen Wein und produziert 80% des Vin de pays. Den Ruhm begründete u. a. Mas de Daumas-Gassac.

Vom Verband CIVL (Comité Interprofessionnel des Vins du Languedoc) wurde eine neue Klassifikation für die Weine der Region ausgearbeitet, die 2011 in Kraft getreten ist. Die pyramidenförmige Hierarchie in aufsteigender Reihenfolge ist Languedoc AOC, Grands Vins du Languedoc und Grands Crus du Languedoc. Grundlagen sind qualitative und wirtschaftliche Kriterien. Unter anderem sind bestimmte Vertriebswege und Mindestverkaufspreise vorgeschrieben. Ein Wein muss bestimmte Charakteristiken erfüllen und oberhalb der Languedoc AOC ein Aufnahmeverfahren durchlaufen, um in die entsprechende Kategorie eingeordnet zu werden. Die kleinen Appellationen sollen dadurch gestärkt werden, indem diese stärker auf ihre Terroirbetonung eingehen können.

Die erste Qualitätsstufe Languedoc AOC wurde erst 2007 geschaffen und ersetzt die frühere Appellation Coteaux du Languedoc. Sie umfasst etwa 30% der Weinproduktion. Siehe im Detail unter Languedoc (Appellation).

Auf die zweite Qualitätsstufe Grands Vins du Languedoc entfallen etwa 60% der Weinproduktion. Dabei handelt es sich um strukturierte, aromatische Gewächse, die typisch für ihr Terroir sind. Zugelassen sind die meisten der unten angeführten Appellationen, sowie die Cru-Lagen der früheren Appellation Coteaux du Languedoc; das sind Cabrières, La Méjanelle, Le Quatourze, Montpeyroux, Picpoul de Pinet, Saint-Christol, Saint-Drézery, Saint-Georges d’Orques und Sommières. Der maximale Höchstertrag beträgt 48 bis 50 hl/ha. Stillweine können auf die Kategorie Languedoc AOC herabgestuft werden.

An der Spitze der Pyramide stehen die Grands Crus du Languedoc mit 10% der Weinproduktion. Diese möglichst ausdrucksstarken Weine besitzen laut Vorgabe „Seltenheitswert und tragen die Handschrift des Erzeugers“. Weißweine müssen zumindest sechs Monate, Rotweine zumindest zwölf Monate ausgebaut werden. Eine sensorische Prüfung ist vorgeschrieben. Zumindest 70% der Produktion muss direkt ab Weingut verkauft werden. Dafür sind die Appellationen Corbières-Boutenac, Grés de Montpellier, Limoux, Minervois La Livinière, Saint-Chinian Berlou und Saint-Chinian Roquebrun sowie die Cru-Lagen La Clape, Pèzenas, Pic Saint-Loup und Terrasses du Larzac zugelassen. Die maximalen Erträge liegen bei 45 hl/ha für Rotweine und 50 hl/ha für Weißweine.

Bekannte Produzenten in der Region sind Domaine de l’Aiguelière, Mas d’Andrum, Domaine d’Aupilhac, Domaine Bassac, Château Belot, Domaine Bourdic, Mas Bruguière, CV de Cabrières, Domaine le Cazal, Domaine de Cazeneuve, Domaine de la Coste, Château de l’Engarran,  Mas de Daumas-Gassac, Mas d’Espanet, Château de Flaugergues, Domaine de la Grangette, Domaine Guiraud-Boyer, Domaine de Laballe, Château de Lascaux, Château Notre Dame, Domaine Peyre Rose, Château Peyriac de Mer, Château Puech-Haut, Domaine Pujol, Domaine du Rocher des Fées, Château de Roquenégade, Domaine de la Roque, Domaine de Sainte Rose, CV de St-Saturnin, Les Trois Blasons, Domaine du Temple, Maison Maurel Vedeau.

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