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Frankreich

Muscadet AOC

Muscadet AOC

Muscadet AOC - Beschreibung

Die Appellation liegt in der Weinbauregion Loire am Ende des Loiretals im Westen Frankreichs an der Küste zum Atlantik südöstlich der Stadt Nantes. Sie zählt zum Bereich Pays Nantais. Die uralte Weinbautradition in diesem Gebiet bezeugt ein Erlass des römischen Kaisers Probus (232-282). Vormals wurden hier auch Rotweinsorten kultiviert, dem setzte aber der extreme Frost des Jahres 1709 ein Ende. Die bereits im 16. Jahrhundert eingeführte Weißweinsorte Melon de Bourgogne entwickelte sich quasi zu einer Monokultur. Sie wurde besonders bei den am Weinbau beteiligten Holländern sehr beliebt, die aus dem Wein Branntweine destillierten und in Nordeuropa vermarkteten. Der hier gebräuchliche Name Muscadet gab schließlich dem bereits im Jahre 1937 klassifizierten Bereich seinen Namen. Die hügeligen Weinberge umfassen rund 13.000 Hektar Rebfläche in über 50 Gemeinden, die sich über das gesamte Département Loire-Atlantique, sowie zum Teil in den Départements Maine-et-Loire und Vendée erstrecken. Der große Bereich ist in vier Sub-Appellationen gegliedert:

Muscadet: Der Bereich umfasst 3.400 Hektar; hier wachsen die einfacheren Qualitäten.

Muscadet-Coteaux de la Loire (bis Oktober 1995 Muscadet des Coteaux de la Loire): Der Bereich liegt im Norden links und rechts der Loire und umfasst 280 Hektar Rebfläche.

Muscadet-Côtes de Grand Lieu: Der Bereich liegt im Südwesten und umfasst 320 Hektar Rebfläche links der Loire rund um den namensgebenden See Lac de Grand-Lieu.

Muscadet-Sèvre et Maine (bis 1995 Muscadet de Sèvre et Maine): Der nach zwei kleinen Flüssen benannte weitaus größte Bereich umfasst rund 9.000 Hektar auf der linken Seite der Loire. Hier wachsen auf Tonböden (Vallet), sowie Schiefer- und Granithängen (St-Fiacre) die besten Weine. Die Produktion macht 80% aus.

Der Wein wird manchmal als „weiße Antwort auf Burgunds Beaujolais“ bezeichnet. Als einzige Rebsorte ist Melon de Bourgogne zugelassen. Ab Mitte der 1990er-Jahre wurde mit Hülsenmaischung und Fassgärung experimentiert. Vor der Vergärung muss der natürliche Mindestzuckergehalt des Mosts 144 g/l betragen, was 9% vol Alkoholgehat entspricht. Falls in schlechten Jahren einer Anreicherung (Chaptalisation) zugestimmt wird, darf der Alkoholgehalt des vergorenen Weines nicht 12% vol übersteigen. Die normal (ohne Hefelagerung) hergestellten Weißweine können auch als Nouveau (Primeur) bereits ab drittem November-Donnerstag nach der Ernte vermarktet werden.

Um die Bezeichnung „sur lie“ (auf der Hefe gereift) auf dem Flaschenetikett angeben zu dürfen, muss der Wein nach der Vergärung zumindest bis zum 1. März des der Ernte folgenden Jahres im Gärbehälter im Kontakt mit der Hefe verbleiben (siehe unter Hefesatzlagerung). Dies ist den drei höheren Appellationen vorbehalten. Dies verleiht den Weinen einen frischen und durch die Kohlensäure spritzigen Geschmack. Eine weitere Voraussetzung sind geringere Erträge. Die Flaschenabfüllung erfolgt dann unmittelbar nach dem Abstich ohne Klärung oder Filtration. Für noch körperreichere Weine erfolgt die Lagerung bis 30. November.

Bekannte Produzenten in diesem Bereich sind Domaine de Beauregard, Domaine Bouffard, Domaine du Bois Bruley, Domaine de la Chambaudière, Château de la Chauvinière, Domaine Bruno Cormerais, Domaine Michel David, Donatien-Bahuaud, Domaine de l’Ecu, Domaine de l’Errière, Château de la Ferté, Domaine Gadais Père et Fils, Gauthier, Domaine Guindon, Domaine de la Haute Févrie, Domaine du Haut Fresne, Domaine Landes des Chaboissières, Martin Luneau, Marquis de Golaine, Chateau de la Preuille, Sauvion, Domaine du Paradis.

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aktuell 133 199 Weine und 23 041 Erzeuger, davon 1 405 klassifizierte Erzeuger.
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