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Österreich

6 Anbaugebiete

Österreich - Beschreibung

In Österreich wird bereits seit der Zeit der Besiedlung durch die Kelten vor knapp 3.000 Jahren Weinbau betrieben. Die burgenländische Gemeinde Zagersdorf und die niederösterreichische Gemeinde Stillfried im Weinviertel gelten als älteste Weinbaugemeinden Österreichs. In beiden Orten wurden Traubenkerne gefunden, die aus der Zeit 700 bzw. 900 v. Chr. stammen und eindeutig der Spezies Vitis vinifera zuzuordnen sind. Die Aufhebung des durch Kaiser Domitian (51-96) erlassenen Auspflanzverbotes von Rebstöcken außerhalb Italiens durch Kaiser Probus (232-282) wirkte sich positiv auf den Weinbau aus. Denn damit begann in den römischen Provinzen Noricum (Ober- und Niederösterreich) und Pannonien (Burgenland) eine geordnete Weinbaukultur. In den fast 200 Jahre langen Wirren der Völkerwanderung ab Ende des 4. Jahrhunderts kam der Weinbau durch viele Verwüstungen fast zum Stillstand.

Österreich - topographische Landkarte

Eine Wiederbelebung erfolgte erst wieder ab dem 9. Jahrhundert unter Einfluss von Kaiser Karl dem Großen (742-814). Besondere Verdienste um den Weinbau sind den Orden der Benediktiner und Zisterzienser zuzuschreiben. Im Mittelalter waren vor allem die Klöster (Kremstal), Stift Klosterneuburg (Wagram), Stift Melk (Wachau) und Stift Heiligenkreuz (Thermenregion) Träger der Weinbaukultur. Einen bedeutenden Beitrag leistete auch das Dinstlgut (Wachau). Die älteste österreichische Weinbauordnung mit Regelungen bezüglich Arbeitszeit und festgelegten Strafen bei Weintraubendiebstahl stammt vom Habsburger Herzog Albrecht II. (1298-1358) aus dem Jahre 1352. Bereits im Mittelalter gab es auch eine Einteilung in Weinqualitäts-Klassen.

Im 16. Jahrhundert erreichte der Weinbau in Österreich seinen Höhepunkt, die Rebfläche war mit rund 150.000 bis vielleicht sogar 200.000 Hektar zumindest dreimal so groß wie heute (50.000 ha). Der Salzburger Mönchsberg war ebenso mit Reben bepflanzt wie die Abhänge des Semmering. Es gab Weingärten bei Linz (Oberösterreich), bei Salzburg und in großem Umfang auch in Kärnten und Tirol. Und die Hauptstadt Wien ist buchstäblich auf Weingärten erbaut. Das Weinbuch des Geistlichen Johann Rasch (1540-1612) beschreibt ausführlich den Weinbau, die Kellereitechniken und die Trinkkultur dieser Zeit. Durch das Aufkommen des Bieres, hohe Abgabenbelastungen und den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) kam es aber im 17. Jahrhundert zu einem Niedergang. Probleme brachte vor allem die Steuer, auch Ungeld genannt, denn sie wurde innerhalb von nur zwölf Jahren von 10% auf 30% erhöht. Dies führte dazu, dass viele Weingärten gerodet und stattdessen Weizen oder andere Produkte angebaut wurden. Nun wurden minderwertige Rebsorten bevorzugt und daraus billiger Massenwein gewonnen.

Unter Maria Theresia (1717-1780) wurden Anordnungen zur Verwertung billigen Weines erlassen. Es entstanden viele Essig-Siedereien, Schnaps-Brennereien und Senf-Herstellung aus Traubenmost. Unter Kaiser Josef II. (1741-1790) wurde am 17. August 1784 in einem schriftlichen Erlass erlaubt, die eigene Fechsung auch im eigenen Haus zu verkaufen. Er legte damit den Grundstein für den Heurigen. Im 19. Jahrhundert kam es zu einigen Katastrophen. Ein extremer Kälteeinbruch, aus Amerika eingeschleppte Pilzkrankheiten, sowie als negativer Höhepunkt die Reblaus verwüsteten ganze Weinbaugebiete. Nach Österreich gelangte der Schädling wahrscheinlich im Jahre 1867, als August-Wilhelm Freiherr von Babo (1827-1894), Direktor des im Jahre 1860 gegründeten Klosterneuburger Weinbauinstituts, aus Deutschland amerikanische Rebstöcke geschenkt bekam.

Ein Meilenstein in der österreichischen Weingeschichte wurde durch Robert Schlumberger (1814-1879) gesetzt. Dieser stellte im Jahre 1846 seinen nach der Méthode champenoise produzierten „Vöslauer weißen Schaumwein“ vor, der zu einem großen Erfolg wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die alten Strukturen durch Rationalisierung und Mechanisierung geändert. Die Umstellung auf die neue Erziehungsform der sogenannten Hochkultur durch Lenz Moser III. (1905-1978) in Rohrendorf bei Krems in Niederösterreich ermöglichte den Einsatz modernster Geräte. Durch Verwendung von Diethylenglykol kam es im Jahre 1985 zum Weinskandal. Dadurch wurden aber in Österreich strengere Gesetze und vor allem Kontrollen eingeführt, was entscheidend zur Qualitäts-Verbesserung beitrug. Im Jahre 1993 wurde das Projekt Zertifizierung von Rebstöcken mit dem Ziel gestartet, durch Analysen und Auswahl möglichst gesunden Rebstockmaterials die Qualität langfristig zu steigern.

Klima und Böden

Österreich ist durch ein kontinental-pannonisches Klima geprägt. Es gibt kalte Winter und heiße, trockene Sommer mit langem Vegetationszyklus. Warme, sonnige Sommertage mit oft kühlen Nächten und milde Herbsttage sind typisch für die meisten Weinbaugebiete. Die jährlichen Niederschläge betragen im Durchschnitt im Osten 400 Millimeter, in der Steiermark können es 800 Millimeter und mehr sein. Positiven Einfluss haben die Donau und der Neusiedlersee im Burgenland. An den Ufern des zweitgrößten Steppensees Europas reifen im späten Herbst häufig Weintrauben der Prädikatsstufen Ausbruch, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese heran. Durch die häufig sehr tiefen Temperaturen vom Dezember bis Januar ist im Osten auch eine beachtliche Produktion von Eiswein möglich.

Die Höhenlage beträgt meist etwa 200 Meter, in Niederösterreich bis 400 Meter, die höchstgelegenen Weinberge befinden sich in der Steiermark bis 560 Meter Seehöhe. Die Weingebiete liegen zumeist in gemäßigten Klimazonen ohne Extreme, etwa auf dem 47. und 48. Breitengrad; vergleichbar mit dem französischen Burgund. Die Bodentypen sind recht unterschiedlich. In Niederösterreich herrschen im Weinviertel und im Donautal Löss, im Kremstal und in der Wachau Urgestein und in der Thermenregion Kalk vor. Im Burgenland bestehen die Böden hauptsächlich aus Schiefer, Lehm, Mergel, Löss und Sand, sowie in der Steiermark aus Braunerde und Vulkanböden.

Österreich - generische Weinbaugebiete

Weinbaubereiche

Österreich ist in drei Weinbauregionen gegliedert (bis 2009 waren es mit Wien vier). Das sind Weinland (mit den generischen Weinbaugebieten Burgenland, Niederösterreich und Wien), Steirerland (Steiermark) und Bergland (restliche Bundesländer). Alle neun Bundesländer sind generische Weinbaugebiete, die größten vier sind in spezifische Weinbaugebiete gegliedert (z. B. spezifisches WG Wachau im generischen WG NÖ). Alle Weinbaugebiete liegen in der europäischen Weinbauzone B (Deutschland großteils in A). Ab dem Jahrgang 2002 wurde das herkunftsspezifische DAC-System eingeführt. Die folgenden Hektar-Werte stammen unterschiedlich je Weinbaugebiet aus verschiedenen Jahren (2015 bis 2017); jedoch die Betriebsanzahlen alle aus 2015:

WEINBAUREGION
Weinbaugebiet
BETR.
2015
HEKTAR
2015-2017
HEKTAR
2009
GESAMT-ÖSTERREICH 14.133 46.515 45.908
WEINLAND (Burgenland, NÖ, Wien) 11.874 41.104 41.582
Burgenland 3.229 13.100 13.842
Eisenberg DAC (vormals Südburgenland) 708 515 499
Leithaberg DAC (vormals Neusiedlersee-Hügelland) 924 3.097 3.576
Mittelburgenland DAC 358 2.104 2.118
Neusiedlersee DAC 1.339 6.675 7.649
Rosalia DAC   515 450
Niederösterreich 8.269 28.145 27.128
Carnuntum 282 906 910
Kamptal DAC 823 3.907 3.802
Kremstal DAC 747 2.368 2.243
Thermenregion 693 2.182 2.196
Traisental DAC 451 815 789
Wachau mit Vinea Wachau Nobilis Districtus 502 1.344 1.350
Wagram (vormals Donauland) 926 2.720 2.452
Weinviertel DAC 3.791 13.858 13.356
ohne Weinbaugebiet 54 45 -
Wien DAC 276 637 594
STEIRERLAND (Steiermark) 2.085 4.633 4.242
Südsteiermark DAC 623 2.563 2.340
Vulkanland Steiermark (vormals Südoststeiermark) DAC 1.199 1.524 1.401
Weststeiermark DAC 261 546 501
ohne Weinbaugebiet 2 0,3 -
BERGLAND (Rest-Österreich)
Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg
174 140 80

Österreich - spezifische Weinbaugebiete

Weinbaubetriebe und Produktionsmengen

Die Zahlen beziehen sich auf Erhebungen im Jahre 2017 (BKI und ÖWM) im Vergleich zu 2009. Die Anzahl der Betriebe hat sich von 45.380 mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 1,28 Hektar (1987) auf 20.181 mit 2,26 Hektar (2009) sowie schließlich auf 14.133 mit 3,2 Hektar extrem reduziert. Die Zahl der Kleinbetriebe (mit Verkaufsmenge unter 5.000 Liter) hat sich fast halbiert. Viele kleine Winzer mit einem Hektar und weniger Rebfläche Betriebsgröße haben ihre Flächen an größere Betriebe verkauft oder die Bewirtschaftung aufgegeben. Die Anzahl der leistungsfähigen Betriebe über 30.000 Liter ist von rund 970 auf 1.450 gestiegen. Die Zahl der Erzeugerabfüller von Qualitätswein ist von knapp 6.500 Betrieben auf rund 4.000 Betriebe gesunken. Es wurden 2,486 Mio Hektoliter Wein produziert, davon 1,649 Weißwein = 66% und 0,837 Rotwein = 34%. Der langjährige Trend von Weißwein hin zu Rotwein hat sich nicht mehr fortgesetzt (siehe dazu auch unter Wein-Produktionsmengen).

Rebflächen und Rebsorten

In Österreich sind 26 Weißwein- und 14 Rotweinsorten als Qualitätswein-Rebsorten definiert, die für alle Qualitätsstypen verwendet werden dürfen. Die Bezeichnungen Weißer Burgunder, Grauer Burgunder, Blauer Burgunder, Rheinriesling und Blaufränkisch sind für „Wein mit und ohne Rebsorte/Jahrgang“ nicht zulässig, um Verwechslungen durch vermeintlich darauf hinweisende Herkunftsgebiete (Burgund, Rhein, Franken) auszuschließen. Stattdessen sind aber für diese Weine die Bezeichnungen Pinot Blanc, Pinot Gris, Pinot Noir und Riesling erlaubt. Außerdem gibt es für diese Weine zusätzlich erlaubte Rebsorten.

Die größte Rebfläche gab es 1980 mit 59.432 Hektar. Ab dann wurden die Weißweinflächen kontinuierlich reduziert sowie die Rotweinflächen ausgebaut. Dieser Trend wurde zuletzt gestoppt. Österreich ist ein typisches Weißweinland, spezielle Rotweingebiete sind Mittel- und Südburgenland, die Weststeiermark und die Thermenregion. Im Jahre 2017 umfassten die Weingärten insgesamt 46.515 Hektar bepflanzter Rebfläche (2009 waren es 45.908). Davon machen die Rotweinsorten 15.370 Hektar = 33% (15.770 ha) und die Weißweinsorten 31.145 Hektar = 67% (30.138 ha) aus. Gegenüber dem Jahre 2009 gab es keine großen Veränderungen. Der Grüne Veltliner steht mit 6,3% auch größtem Zuwachs aller Sorten unangefochten mit fast einem Drittel der Gesamtfläche und nahezu der Hälfte der Weißweinsorten an der Spitze. Bei den Rotweinsorten dominiert der Zweigelt gefolgt von den Sorten Blaufränkisch und Blauer Portugieser.

Rebsorte - österr.
Hauptname
in Österreich offiziell zulässige
Synonyme
Farbe Hektar
2017
%-Ant
2017
Hektar
2009
Grüner Veltliner Weißgipfler weiß 14.423 31,0 13.518
Zweigelt Blauer Zweigelt, Rotburger rot 6.426 13,8 6.476
Welschriesling - weiß 3.338 7,2 3.597
Blaufränkisch - rot 3.009 6,5 3.225
Weißer Riesling Riesling, Rheinriesling weiß 1.986 4,3 1.863
Weißer Burgunder Pinot Blanc, Klevner weiß 1.971 4,2 1.995
Müller-Thurgau Rivaner weiß 1.788 3,8 2.102
Chardonnay Morillon (Steiermark) weiß 1.618 3,5 1.431
Blauer Portugieser - rot 1.263 2,7 1.622
Sauvignon Blanc Muskat-Sylvaner weiß 1.248 2,7 933
Muskateller Gelber M., Roter M. / Muscat Blanc weiß 864 1,9 527
Blauburger - rot 742 1,6 903
St. Laurent - rot 732 1,6 778
Merlot - rot 724 1,6 649
Gem. Satz weiß - weiß 671 1,4 807
Blauer Burgunder Pinot Noir, Blauer Spätburgunder rot 616 1,3 649
Cabernet Sauvignon - rot 589 1,3 594
Neuburger - weiß 497 1,1 652
Blauer Wildbacher - rot 459 1,0 450
Frühroter Veltliner Malvasier weiß 367 0,8 424
Scheurebe Sämling 88 weiß 357 0,8 398
Muskat-Ottonel - weiß 357 0,8 360
Traminer Gewürztraminer, Roter T., Gelber T. weiß 284 0,6 321
Roesler - rot 238 0,5 161
Grauer Burgunder Pinot Gris, Ruländer weiß 226 0,5 222
Bouvier - weiß 220 0,5 234
Roter Veltliner - weiß 195 0,4 193
Gem. Satz rot - rot 156 0,3 51
Syrah Shiraz rot 153 0,3 137
Rotgipfler - weiß 119 0,3 105
Goldburger - weiß 98 0,2 150
Zierfandler Spätrot weiß 78 0,2 85
Cabernet Franc - rot 75 0,2 56
Sylvaner Grüner Sylvaner weiß 38 0,1 43
Rathay - rot 35 0,1 9
Furmint - weiß 11 - 9
Jubiläumsrebe - weiß 6 - 13
and. weiße Sorten - weiß 388 0,8 155
and. rote Sorten - rot 155 0,3 9
WEISSE SORTEN     31.145 67,0 30.138
ROTE SORTEN     15.370 33,0 15.770
GESAMT     46.515 100 45.908

 

Weinkategorien / Qualitätsstufen

Die 2009 wirksam gewordene EU-Weinmarktordnung brachte grundlegende Änderungen der Weintypen und Qualitätsstufen. In Österreich wurden Landwein, Qualitätswein und Prädikatswein als traditionelle Bezeichnungen beibehalten. Die neuen EU-konformen Bezeichnungen g.g.A. und g.U. wurden verboten, um die Verbraucher nicht zu verwirren. Die neuen Qualitätsstufen bzw. Bezeichnungen sind (siehe auch unter Qualitätssystem):

  • Wein ohne engere Herkunftsangabe (früher der nun verbotene Begriff Tafelwein)
  • Wein mit Rebsorten und/oder Jahrgangsangabe
  • Landwein (Verwendung von g.g.A. ist nicht zulässig)
  • Qualitätswein und Prädikatswein (Verwendung von g.U. ist nicht zulässig)

Wein ohne Sorten- und/oder Jahrgangsangabe - Wein aus Österreich:

  • maximal dreifacher Durchschnitts-Hektarertrag
  • keine sonstigen Anbau- und Produktionsregeln
  • in geringem Ausmaß Weinfehler wie z. B. leichter Böckser erlaubt

Wein mit Sorten- und/oder Jahrgangsangabe - Wein aus Österreich

  • im Aussehen, Geruch und Geschmack frei von Fehlern
  • Hektar-Höchstertrag 9.000 kg Trauben bzw. 6.750 l Wein (siehe unten bei Ertrag)
  • zumindest 3,5 g/l Gesamtsäure
  • Qualitätswein-Rebsorten sowie andere durch länderspezifische Verordnung
  • Sortenangabe ausschließlich für oben angegebene Qualitätswein-Rebsorten
  • Mindestalkoholgehalt 8,5% vol
  • maximale Anreicherung 2%

Landwein

  • Trauben aus einer Weinbauregion; nur diese ist als Herkunft zulässig
  • Hektar-Höchstertrag 9.000 kg Trauben bzw. 6.750 l Wein (siehe unten bei Ertrag)
  • nur Qualitätswein-Rebsorten
  • zumindest 14 °KMW Mostgewicht
  • Alkoholgehalt max. 13,5% vol bei Weißwein, max. 14,5% vol bei Rotwein
  • zumindest 4 g/l Gesamtsäure
  • Süßung auf maximal 15 g/l

Qualitätswein

  • positive sensorische und analytische Prüfung = Staatliche Prüfnummer
  • Trauben aus einem Weinbaugebiet (Herkunft bei DAC ist spezifisches Weinbaugebiet, andere Qualitätsweine nur generisches Weinbaugebiet)
  • Herstellung in der Weinbauregion des Weinbaugebietes oder angrenzender Region
  • nur Qualitätswein-Rebsorten
  • Hektar-Höchstertrag 9.000 kg Trauben bzw. 6.750 l Wein (siehe unten bei Ertrag)
  • zumindest 15 °KMW Mostgewicht
  • zumindest 9% vol vorhandener Alkoholgehalt (Prädikatswein 5% vol)
  • zumindest 4 g/l Gesamtsäure
  • Süßung auf maximal 15 g/l

Kabinett

  • höhere Qualitätsweinstufe (im Gegensatz zu Deutschland kein Prädikatswein)
  • zumindest 17° KMW
  • maximal 12,9% (13% bis 2016) vol Alkoholgehalt maximal 4 g/l Restzucker bzw. 9 g/l

Prädikatsweine

Es gibt die sechs Prädikatsweintypen Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese bzw. Ausbruch, Strohwein und Eiswein. Detaillierte Beschreibungen sind unter den entsprechenden Stichwörtern zu finden. Allgemeine Bestimmungen dafür sind:

  • muss allen Qualitätsweinbestimmungen entsprechen
  • Restzucker darf nur durch Gärungs-Unterbrechung erzielt werden
  • Süßung oder Anreichern ist nicht zulässig
  • Alkoholgehalt zumindest 5% vol
  • ab Auslese Traubengut mit überreifen, edelfaulen und eingetrockneten Beeren (Botrytis)

Spätlese: Zumindest 19 °KMW; vollreife Trauben.

Auslese: Zumindest 21 °KMW; vollreife, ausgelesene Trauben.

Beerenauslese: Zumindest 25 °KMW; überreife und/oder edelfaule Trauben.

Ausbruch: Zumindest 27 °KMW, ausschließlich edelfaule, überreife und eingetrocknete Beeren. Die Bezeichnung darf nur für den Ruster Ausbruch verwendet werden.

Trockenbeerenauslese: Zum. 30 °KMW; edelfaule, eingeschrumpfte Trauben.

Strohwein: Seit 2002 ist alternativ auch die Bezeichnung Schilfwein zulässig. Zumindest 25 °KMW Mostgewicht. Muss aus vollreifen und zuckerreichen Beeren produziert werden, die vor dem Keltern mindestens drei Monate auf Stroh, Schilf gelagert oder an Schnüren aufgehängt waren. Gemäß einer Gesetzes-Novellierung im Jahre 2002 kann aber das Lesegut auch bereits nach zwei Monaten abgepresst werden, wenn ein Mostgewicht von zumindest 30 °KMW erreicht ist. Bei Nicht-Erreichen der Mostgrade kann (muss) der Wein als Qualitätswein vermarktet werden.

Eiswein: Zumindest 25 °KMW. Die Trauben werden in gefrorenem Zustand gekeltert und gepresst. Bei Nichterreichen der Mostgrade kann (muss) der Wein als Qualitätswein vermarktet werden.

spezielle Weintypen

Es gibt eine Reihe spezifischer Bezeichnungen bzw. Weintypen mit weingesetzlichen Vorgaben. Das sind Auswahl, Ausstich, Classic (Klassik), Dreikönigswein, Gespritzter, Leopoldiwein, Jubiläumswein, Jungfernwein (Erste Lese), Martiniwein, Messwein, Nikolowein, Primus (Erster), Premium, Reserve (Große Reserve, Grande Reserve), Selection (Selektion, Grande Selection), Stefaniwein, Tradition und Weihnachtswein. Weitere Weintypen sind:

Bergwein: Für Landwein und Qualitätswein dann zulässig, wenn Trauben von Terrassenlagen oder Steillagen mit einer Hangneigung von über 26% stammen

Heuriger: Bezeichnung für Wein unabhängig der Qualitätsstufe aus ausschließlich in Österreich geernteten Trauben und in Österreich hergestellt. Der Wein darf jedoch nur bis spätestens 31. Dezember des auf die Ernte folgenden Jahres an Wiederverkäufer und bis 31. März des darauffolgenden Jahres an den Verbraucher abgegeben werden. Heuriger ist aber auch die in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für Buschenschank.

Sturm: Geschützte Bezeichnung für einen zum Teil vergorenen Traubenmost. Der vorhandene Alkoholgehalt muss mindestens 1,0% und kann bis 10% vol betragen.

Gemischter Satz: Dieser ursprungsgeschützte Begriff ist innerhalb der EU ausschließlich Österreich vorbehalten. Wiener Gemischter Satz ist ein DAC-Wein.

Biowein: Die Herstellung unterliegt zumindest den Richtlinien gemäß EU Öko-Verordnung, sowie gegebenenfalls den oft noch strengeren Regeln von Bioverbänden. Die österr. Dachorganisation ist Bio Austria (siehe dazu auch unter Biologischer Weinbau).

Österreichischer Sekt: Ab Jahrgang 2015 wurde eine Sekt-Qualitätspyramide mit den drei Stufen „Klassik“, „Reserve“ und „Große Reserve“ eingeführt. Siehe dazu unter Sekt.

wichtige weinrechtliche Bestimmungen

Das österreichische Standardwerk bezüglich Weinrecht ist „Weingesetz“ (Manz-Verlag), das in der 2012 erschienen 5. Auflage 818 Seiten umfasst. Es bietet eine Darstellung des gesamten Weinrechts inklusive aller Verordnungen und EU-Bestimmungen. Weiters gibt es die elektronische Datenbank RIS (Rechtsinformationssystem) mit unter anderem weinrechtlichen Beiträgen (siehe dazu auch unter Weingesetz und EU-Verordnungen).

Mostgewicht: Für jede Qualitätsstufe gibt es ein Mindest-Mostgewicht (siehe oben).

Ertrag: Für Wein ohne Rebsorte/Jahrgang maximal der dreifache Durchschnitts-Hektarertrag eines Betriebes; für alle übrigen Qualitätsstufen gilt ein maximaler Hektarertrag von Kilogramm Trauben bzw. Liter Wein. Wird die Höchstmenge überschritten, muss die gesamte Erntemange eines Jahrgangs als Wein ohne Rebsorten- oder Jahrgangsbezeichnung vermarktet werden. Die Ertragsmengen müssen mittels Erntemeldung der BKI (Bundeskellereiinspektion) mitgeteilt werden, diese nimmt auch eine Kontrolle auf Einhaltung vor.

Die Hektarhöchstmenge beträgt 9.000 kg Weintrauben oder 6.750 l je Hektar im Rebflächenverzeichnis eingetragener und bepflanzter Weingartenfläche zur Herstellung von Wein, Land-, Qualitäts- oder Prädikatswein (1,33 kg Trauben ergibt 1 l Wein). Nach Umstellung des Rebflächenverzeichnisses auf die inhaltlichen Anforderungen des integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems beträgt diese Hektarhöchstmenge 10.000 kg Weintrauben oder 7.500 l Wein. Bis zur Umstellung (wahrscheinlich 2018) kann der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft durch Verordnung auf Antrag des Nationalen Weinkomitees die Hektarhöchstmenge für die Ernte eines Jahres um bis zu 20 % senken oder erhöhen, falls dies die klimatischen oder weinwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für dieses Jahr erfordern. Von dieser Ermächtigung wurde für den Jahrgang 2016 Gebrauch gemacht und der Höchstertrag von 9.000 auf 10.800 kg/ha angehoben.

Herkunft: Bei Wein (ohne Rebsorte/Jahrgang) darf nur EU oder Österreich, beim Landwein muss die Weinbauregion angegeben werden, kleinere Einheiten (Weinbaugebiet, Großlage, Gemeinde) sind nicht zulässig. Ab Qualitätswein dürfen nähere Herkünfte (Weinbauregion, Weinbaugebiet, Großlage, Gemeinde, Ried in Verbindung mit Gemeindenamen) dann verwendet werden, wenn der Wein zu 100% aus dem angegebenen Bereich stammt.

Jahrgang: Eine Angabe ist nur bei Wein ohne Rebsorte/Jahrgang nicht zulässig. Bei den übrigen Qualitätsstufen muss der Anteil zumindest 85% des angegebenen Jahrganges betragen. Süßungsmittel, Dosage zählen nicht zu den 15%. Bei im nächsten Jahr (Jänner oder später) geerntetem Eiswein ist das vorangegangene Jahr anzugeben.

Rebsorten: Eine Angabe ist nur bei Wein (ohne Rebsorte/Jahrgang) nicht zulässig. Bei den übrigen Qualitätsstufen muss der Anteil zumindest 85% der angegebenen Rebsorte betragen. Bei zwei oder mehreren Rebsorten dürfen die Namen nach ihrem Mengenanteil in absteigender Reihenfolge dann angegeben werden, wenn diese in Summe 100% ergeben. Die Angabe sortenrein ist nur dann erlaubt, wenn der Wein zu 100% aus der angegebenen Rebsorte stammt. Bei Spätlesen und Auslesen müssen die Rebsorte(n) angegeben werden.

Das Mischen von Trauben, Maische, Most oder Wein aus Rotwein- und Weißweintrauben ist nur bei Wein ohne Jahrgangs/Sortenangabe erlaubt. Diese Weine dürfen dann aber nicht als Rotwein oder Weißwein, sondern nur als „Wein aus Österreich“ bezeichnet werden.

Zuckergehalt: Österreich hat vom Recht Gebrauch gemacht, die Angabe für den Gehalt an Restzucker am Etikett als verpflichtend festzulegen.Als trocken gilt ein Wein mit maximal 4 g/l (früher das nun nicht mehr zulässige extra trocken) oder mit maximal 9 g/l wenn die Gesamtsäure nicht mehr als 2 g/l niedriger als der Restzucker ist. Bei z. B. 8 g/l erfordert dies zumindest 6 g/l Gesamtsäure. Die übrigen Grade sind halbtrocken mit 12 g/l oder 18 g/l, wenn die Gesamtsäure nicht mehr als 10 g/l niedriger ist, lieblich mit höherem Wert als für halbtrocken aber maximal 45 g/l, sowie süß mit zumindest 45 g/l. Weingesetzlich nicht relevant sind herb und österreichisch trocken.

Süßung (Erhöhung Restzucker): Wein mit und ohne Rebsorte/Jahrgang darf um maximal 4% vol Alkoholgehalt gesüßt werden; dies sind ca. 68 g/l Restzucker, was ca. 5 °KMW entspricht. Hingegen dürfen Landwein und Qualitätswein bis maximal 15 g/l Restzucker gesüßt werden. Landwein (das ist neu) und Qualitätswein (gleich geblieben) kann bis zu maximal 15 g/l unvergorenem Zucker gesüßt werden. Dies kann durch Zusatz von Traubenmost, Konzentriertem Traubenmost oder (was selten erfolgt) RTK (Rektifiziertem Traubenmost) erfolgen. Saccharose ist als Süßungsmittel verboten. Bei Kabinett- und Prädikatswein ist Süßung prinzipiell nicht zulässig.

Anreichern (Erhöhung des natürlichen Alkoholgehalts): Darf bei allen Weinarten um maximal 2% vol Alkoholgehalt mittels der zugelassenen Mittel vorgenommen werden. Nach erfolgter Anwendung sind bei Landwein und Qualitätswein maximal 18 g/l Restzucker zulässig (früher 15 g/l). Der Alkoholgehalt darf bei Wein ohne und mit Rebsorte/Jahrgang für Weißwein auf maximal 12%, bei Rotwein auf maximal 12,5% vol; bei weißem Landwein oder Qualitätswein bis maximal 13,5% vol; sowie bei rotem Landwein und Qualitätswein bis maximal 14,5% vol Alkoholgehalt erfolgen. Bei Kabinett und Prädikatswein ist Anreichern prinzipiell nicht zulässig.

Institutionen und Gremien

Wichtige Institutionen, Gremien, Behörden und Forschungs-Anstalten, die im Zusammenhang mit Weinbau forschende, organisierende, kontrollierende, publizistische oder ausbildende Funktionen wahrnehmen sind unter anderem BKI (Bundeskellerei-Inspektion), Klosterneuburger Weinbauinstitut, ÖWM (Österreich Wein Marketing), Silberberg (Weinbauinstitut) und Weinakademie Österreich.

Einflussreiche Weinautoren bzw. Weinkritiker sind Christa Hanten, Helmut O. Knall, Walter Kutscher, Peter Moser, Michael Prónay, Peter Schleimer, Viktor Siegl und Rudolf Steurer. Sie wirken in vielen Weinmagazinen und Weinführern wie A la Carte - Magazin für Trink- und Esskultur, Falstaff Wein Guide Österreich/Südtirol, Gault Millau, Kutschers Kostnotizen, Vinaria Weinguide und Wine-Guide-Austria / Wine-Times.

Im Weinführer finden Sie
aktuell 128 284 Weine und 22 888 Erzeuger, davon 1 350 klassifizierte Erzeuger.
Bewertungssystem Über den Weinführer Bezugsquellenangabe Verkostungsmuster

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