Südwestfrankreich

48 Anbaugebiete

Die Weinbaugebiete dieser großen Region (frz. Sud-Ouest) mit rund 160.000 Hektar Rebfläche zählen zu den ältesten Frankreichs. Rein geographisch und auch historisch gesehen zählt zum Südwesten Frankreichs das gesamte Gebiet zwischen dem die östliche Grenze bildenden Zentralmassiv (Massif Central) und der Atlantikküste im Westen bis in den Süden zu den Pyrenäen an der Grenze zu Spanien. Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) bezeichnete die von ihm eroberte römische Provinz zwischen dem Fluss Garonne und den Pyrenäen erstmals als Aquitanien (frz. Guyenne). Kaiser Karl der Große (742-814) verleibte es dem fränkischen Reich ein. Nach wechselvoller Geschichte als eigenständige Grafschaft, der Hinzugewinnung der Gascogne und dann unter englischer Herrschaft ab Mitte des 12. Jahrhunderts kam das Gebiet erst 1453 endgültig zu Frankreich. Im Mittelalter kultivierten hier die katholischen Orden den Weinbau, wobei sich besonders der Mönchsorden der Zisterzienser verdient machten.

Der Bedarf der Holländer ab dem 17. Jahrhundert nach Brannt- und Süßweinen prägte den Weinstil. Zu dieser Zeit wurde der Name Haut-Pays (Ober-Land - flussaufwärts ab Bordeaux) gebräuchlich. Die Weine standen aber lange Zeit im Schatten des Bordelais. Der Weinverkauf erfolgte vom Hafen in Bordeaux aus und alle anderen Gebiete mussten so lange warten, bis der komplette Wein von dort verschifft war. Man bezeichnet Südwest-Frankreich auch als „Reben-Museum“, denn es gibt viele zum Teil uralte autochthone Rebsorten, die zunehmend wieder kultiviert werden. Dies sind die Sorten Arrufiac, Baroque, Durás, Fer, Lauzet, Len de l’El, Mauzac Blanc, Manseng Noir, Négrette und Tannat. Diese verleihen den Weinen eine eigenständige, typische Note. Aber es sind auch die klassischen Bordeaux-Sorten Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Sauvignon Blanc und Sémillon vertreten.

Die größte Gemeinsamkeit des riesengroßen Gebietes ist das atlantische Klima. Es gibt viel Feuchtigkeit im Winter und Frühjahr, warme Sommer und lange, sonnige Herbste. Man unterscheidet die Region in fünf größere Teilbereiche, die unterschiedliche Weinstile mit eigenständigem Charakter produzieren. Im Zentrum liegt die berühmte Weinbrand-Region Armagnac, viel älter als das bekanntere Cognac. Der Norden wird vom großen Bereich Bergerac dominiert, südlich davon liegt Cahors. Im Osten liegt das geschichtsträchtige Gaillac. Und in der Südwestecke am Rande der Pyrenäen befinden sich die zwei berühmten Bereiche Jurançon und Madiran:

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